Full text : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

II

>  stand,  Konrad  Paumgartner  und  ein  anderer  Nürnberger,
Peter  Steinberger,  verbürgten  sich  als  ,,  Selbstschuldner‘',  indem
sie  versprachen,  dem  Lidbach  die  2000  fl  zu  bezahlen,  falls
Ludwig  den  Termin  nicht  einhielte.  Gleichzeitig  brachten  die
drei  genannten  Bürgen  bei  dem  Juden  Seligmann  Bach  von
Nürnberg  1000  fl  für  Herzog  Ludwig  auf  und  leisteten  auch
hierfür  Bürgschaft.  Dem  Juden  mussten  19  %  Zins  gegeben
werden.  Um  Wilhelm  von  Rechberg,  Paumgartner  und  Peter
Steinberger  ihrerseits  sicherzustellen,  gab  ihnen  der  Herzog
am  11.  September  1439  einige  Kleinodien  zum  Pfand 1 ).  Am
22.  Januar  1440  kam  ein  ähnlicher  Vertrag  mit  denselben  drei
Personen  zustande,  die  diesmal  bei  anderen  Nürnberger  Juden
1800  fl  (gegen  24  %  Verzinsung)  für  Herzog  Ludwig  aufgebracht
hatten.  Auch  hierfür  wurden  den  Bürgen  Kleinodien  zum
Pfand  gesetzt 2 ).  Ludwigs  d.  J.  Unternehmungen  waren  bekanntlich ­
  vom  Glück  begünstigt.  Er  eroberte  eine  Stadt  seines
Vaters  nach  der  andern  und  begann  am  12.  Mai  1443  die  Belagerung ­
  von  Neuburg.  Am  Mittwoch  nach  Bartholomäi
(28.  August)  1443  stellten  Ludwig  und  sein  Bundesgenosse
Albrecht  zu  „Neuburg  im  Veldt"  dem  Konrad  Paumgartner
und  Peter  Steinberger  einen  Schuldbrief  über  1046  fl  85  hl
aus 3 ).  Diese  Summe  hatten  die  beiden  Kaufleute  in  Nürnberg
für  die  Fürsten  bezahlt,  als  diese  dort  zu  Belagerungszwecken
75  Ztr.  45  Pfd.  Salpeter  und  41  Ztr.  Schwefel  gekauft  hatten.
Bis  Mittfasten  1444  sollte  die  Schuld  zurückgezahlt  sein.  Von
weiteren  Geldgeschäften  hören  wir  nichts  mehr 4 ).  Da  Lud-1
 )  München,  Reichsarchiv:Neuburger  Kopialbücher  XIII,  fol.  38a.  b.
Die  Kleinodien  (Sechs  grosse  gülden  Stuck  und  hefftlein  und  sechs  kleine
gülden  Stuck  darzwischen,  darinnen  versetzt  sein  sechsunddreissig  palas
[=  blasser  oder  völlig  weisser  Edelstein],  siebentzehn  diamandt  grosser
und  klainer  und  siebenundzwentzig  grosser  perlin)  stammten  wohl  aus
dem  Besitz  Ludwig  des  Gebarteten,  der  dieselben  am  Hof  seiner  Schwester
Isabeau  in  Paris  erworben  hatte.
2 )  Neuburger  Kopialbücher  XIII,  fol.  40  a.  b.
3 )  Neuburger  Kopialbücher  XIII,  fol.  234.
*)  Als  sich  nach  Beendigung  des  Krieges  zwischen  Ludwig  d.  J.
und  dem  obengenannten  Lidbach  Streitigkeiten  erhoben,  machte  Albrecht
Achilles  den  Vermittler.  Lidbach  sollte  das  Schloss  Gansheim,  das,
wie  es  scheint,  Gegenstand  der  Irrung  war,  an  Ludwig  um  2200  fl  abtreten ­
  und  dazu  noch  2000  fl  leihen.  Konrad  Paumgartner  und  Peter
Steinberger  verbürgten  sich  dafür,  dass  Ludwig  die  2000  fl  samt  jährlich
200  fl  Zins  innerhalb  drei  Jahren  zurückzahle.  Neubg.  Kopialb.  XIII,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.