Full text: Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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die angeführten Urkunden, dass sich unser Nürnberger Han 
delshaus zu einer in der internationalen Finanzwelt angesehenen 
Stellung emporgeschwungen hatte. Wenn uns bei diesen Ge 
schäften jetzt häufig statt Konrad Paumgartner der Name 
seines Sohnes Anton begegnet, so hat dies seinen Grund darin, 
dass der hochbetagte Konrad sich vom Geschäft mehr zurückzog 
und dessen Leitung seinen Söhnen Konrad und Anton überliess. 
Dem letzeren fiel, da sein Bruder schon 1457 starb, schliesslich 
die alleinige Führung zu. Bevor wir jedoch auf die weiteren 
Schicksale des Handelshauses näher eingehen, wollen wir noch 
einen Blick auf Konrad Paumgartners Tätigkeit im Dienste 
seiner Vaterstadt und sein Privatleben werfen. 
2. Konrad Paumgartner als Ratsherr und in seinem 
Familienleben. 
Konrad Paumgartner ging nicht gänzlich in seinem kauf 
männischen Beruf auf 1 ). Er gehörte seit dem Jahre 1424 dem 
Rat seiner Vaterstadt an, war seit 1440 Alter Bürgermeister 
und hat sich an der Regierung des städtischen Gemeinwesens 
eifrig beteiligt 2 ). Wiederholt berichten die Chroniken und Brief 
bücher von Aufträgen, mit deren Ausführung ihn seine Mit 
bürger betrauten. Besonders gern verwendete man den welt 
erfahrenen Ratsherrn zu Gesandtschaften an benachbarte Für 
sten, oder ordnete ihn ab, wenn es galt, auf Städtetagen die 
Rechte Nürnbergs zu vertreten. So war er im Jahre 1438, 
als die Pfarrei St. Lorenz neu besetzt werden musste, zweimal 
bei dem Bischof von Bamberg, um dort die Wünsche der Stadt 
vorzutragen 3 ). In nahen Beziehungen stand Paumgartner 
besonders zu dem Burggrafen und späteren Kurfürsten Fried 
rich I. von Brandenburg, was besonders daraus hervorgeht, dass 
er in dessen letzten Tagen in seiner Nähe weilte (September 
‘) Anderseits muss entgegengesetzten Behauptungen gegenüber 
immer wieder darauf hingewiesen werden, dass die Betätigung im Gross 
handel für die Patrizier der Reichsstädte keine Schädigung ihres An 
sehens bedeutete. Nur der Detailhandel war ihnen verboten. Wir finden 
die angesehensten Nürnberger Geschlechter (Beheim, Haller, Tücher, 
Imhof) auf dem Gebiet des Handels tätig. 
2 ) Nürnberger Ratsbücher z. B. Cgm 2050 fol. 427. 
3 ) Chroniken der deutschen Städte I Beilage XIII S. 457 ff.
	        
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