Full text : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

naoBKasi

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Wochen  die  Gattin  (f  23.  August)  und  zwei  blühende  Kinder,
einen  Sohn  Sebald  (geb.  1411,  f  2.  September)  und  eine  Tochter ­
  Agnes  (geb.  1431,  f  16.  Oktober).  Auch  der  älteste  Sohn
Konrad,  der  wohl  bestimmt  war,  einst  das  Geschäft  zu  übernehmen, ­
  starb  1457  vor  seinem  Vater 1 ).
Aber  dafür  umgab  ihn  ein  stets  wachsender  Kreis  von
Enkeln  und  Urenkeln.  Aus  seinen  Aufzeichnungen  ergibt  sich,
dass  er  74  Enkel  und  40  Urenkel  erlebte.  Wie  ein  Patriarch
stand  er  inmitten  seiner  Familie.  Eine  alte  Tradition  hat  uns
die  Nachricht  aufbewahrt,  dass  er  alle  Weihnachten,  Sunwenden
und  Martini  seine  Enkel  um  sich  vereinigte  und  jedem  einen
neuen  Heller  verehrte,  ein  schlichter  Zug,  der  uns  das  Familienleben ­
  in  Konrad  Paumgartners  Hause  in  schönstem  Lichte
zeigt 2 ).  Bis  zum  Jahre  1461,  also  über  sein  achtzigstes  Lebensjahr ­
  hinaus,  ging  Paumgaitner  in  den  Rat.  Die  letzten  beiden
Jahre  seines  Lebens  war  er  krank  und  bettlägerig.  Er  starb
am  Montag  nach  St.  Gilgentag  (3.  September)  1464 3 ).  Ein
Leben  voll  rastloser  Tätigkeit  fand  damit  seinen  Abschluss.
Wir  haben  —  soweit  es  das  leider  nicht  sehr  reich  fliessende
Quellenmaterial  zuliess  —  versucht,  ein  allseitiges-  Bild  von
Konrad  Paumgartners  Wirken  auf  dem  Hintergrund  der  reichbewegten ­
  Stadt-  und  Zeitgeschichte  zu  entwerfen,  und  besonders ­
  seine  Bedeutung  für  die  Handelsgeschichte  ins  rechte
Licht  zu  setzen.  Von  kleinen  Anfängen  hatte  er  sein  Geschäft
zu  hoher  Blüte  geführt  und  mit  den  Kreisen  der  Handelsund ­
  Finanzwelt  wichtige  Beziehungen  angeknüpft.  An  seinem
Erben  lag  es  jetzt,  in  diesen  Bahnen  weiterzugehen.  Anton
Paumgartner,  an  den  als  an  den  ältesten  der  lebenden  Söhne
Konrads  die  Leitung  überging,  war  dieser  Aufgabe  nicht  gewachsen. ­
  Schon  ein  Jahr  nach  seines  Vaters  Tod  brach  über
ihn  die  Katastrophe  herein.

1 )  Nach  Konrad  Paumgartners  Familienchronik.  Die  an  sich  einförmigen ­
  Daten  dieser  Aufzeichnungen  sind  ein  neuer  Beleg  für  die  hohe
Sterblichkeitsziffer  in  den  Städten  des  Mittelalters.
2 )  Erwähnt  von  Lochnerim  Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen
Vorzeit  1863  Spalte  392  (Alphabet.  Verzeichnis  der  im  1.  TI.  von  „Frankfurts ­
  Reichscorrespondenz“  vorkommenden  Nürnberger).
3 )  Diese  zuletzt  erwähnten  Daten  sind  Konrad  Paumgartners.
Familienaufzeichnungen  von  späterer  Hand  beigefügt.
            
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