Full text: Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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Paumgartner ein Umschwung vollzogen, der zu dem grossen 
Reichtum auch einen glänzenden Namen fügte und damit die 
Familie zu einem höheren Rang erhob. 
d) Hans Paumgartners Gütererwerbungen und seine 
Erhebung in den Freiherrnstand. 
Bei einer Reihe von Kaufleuten, so vor allem den Fuggern, 
machte sich bald das Bestreben geltend, einen Teil des in Berg 
werksunternehmungen und im Bankiergeschäft gewonnenen 
Kapitals in Bodenwerten anzulegen und ihn so dem schwanken 
den Kaufmannsglück zu entziehen. Ein weiterer Grund zum 
Ankauf von Gütern war der Gedanke an die Nachkommen, 
denen der vom Vater erworbene Reichtum auf diese Weise 
gesichert werden sollte. Nicht wenige ehemalige Handels 
familien haben so einen Teil ihres einstigen Vermögens durch 
die bald einsetzenden Geldkrisen hindurch bis auf die Gegen 
wart herübergerettet, es sei neben den Weisem und Fuggern 
nur an die Herwart, Rehlinger, Stetten, Tücher u. a. erinnert 1 ). 
Erleichtert wurde dieser Gütererwerb durch die mannig 
fachen Pfandschaften, zu denen sich die Habsburger bei der 
Unmöglichkeit barer Rückzahlung von Darlehen häufig genug 
verstehen mussten. Auch Hans Paumgartner d. Ae. kam 
dadurch in den Besitz einer schönen Herrschaft in Südtirol. 
Noch Maximilian I. hatte ihm für verschiedene Darlehen 
das Amt Kaltarn (s. von Bozen) und die dortigen Einkünfte 
verpfändet, und diese Verschreibung war auch von seinem 
Nachfolger nicht wieder eingelöst worden 2 ). 
Seit dem Jahre 1524 begann sodann Hans Paumgartner d. J., 
anknüpfend an die Tradition seines Vaters und dem Vorbild 
der Fugger nacheifernd, in grossem Masstab mit dem Kauf 
von Grundbesitz 3 ). Nur kurze Zeit besass er das Schloss und 
1 ) Ueber Jacob Fuggers Gütererwerbungen unterrichtet das 
jüngst erschienene 4. Heft der Studien zur Fuggergeschichte: Die Güter 
erwerbungen Jacob Fuggers des Reichen (1494—1525) und seine Standes 
erhöhung. Ein Beitrag z. Wirtschafts- u. Rechtsgeschichte v. Thea 
D ü v e 1. München u. Leipzig 1913. 
2 ) Nach dem von Hans Paumgartner kurz vor seinem Tod errich 
teten Teilbrief (jetzt im Kgl. Bayer. Geh. Staatsarchiv). 
3 ) Die wichtigste Quelle für die Geschichte der Gütererwerbungen
	        
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