Full text : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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finden  wir  dann  auch  Paumgartners  ältesten  Sohn  Hans  in
der  väterlichen  Firma  tätig.  Nach  seinem  frühen  Tod  (1542)
führte  Grieninger  die  Handelsbücher 1 ).  Hans  Paumgartner
selbst  behielt  nur  die  Oberleitung  in  seiner  Hand.  Andere
Interessen  und  die  politischen  Verhältnisse  in  Augsburg  brachten
es  mit  sich,  dass  er  seit  ca.  1538  häufiger  sich  von  seiner
Vaterstadt  fernhielt 2 ).
Bevor  wir  auf  diesen  Umschwung  der  Verhältnisse  näher
eingehen,  müssen  wir  uns  noch  kurz  mit  der  Frage  nach  Paumgartners ­
  Vermögen  beschäftigen.  Mocenigo,  der  venezianische
Gesandte, 3 )  nimmt  als  durchschnittlichen  Gewinn,  den  die
grossen  Kaufleute  bei  ihren  Unternehmungen  machten,  ca.
30  %  an.  Kein  Wunder,  wenn  infolgedessen  der  Reichtum
immer  mehr  zunahm  und  bald  bei  einigen  eine  fabelhafte  Höhe
—  wenigstens  für  die  damalige  Zeit  —  erreichte.  Im  Jahre
1522  zahlte  Jakob  Fugger  1200  fl  Steuer  und  liess  damit  alle
anderen  Kaufleute  weit  hinter  sich.  Der  nächstreichste  war
Philipp  Adler,  Philippine  Welsers  Grossvater  mütterlicherseits, ­
  mit  einer  Steuersumme  von  500  fl 4 ).  Nehmen  wir  jedoch
die  von  Hans  Paumgartner  d.  Ae.  und  seinem  Sohne  bezahlten
Beträge  zusammen,  so  rücken  sie  an  die  zweite  Stelle,  denn
mit  ihren  691  fl  übertreffen  sie  Adler  noch  um  ein  Beträchtliches. ­
  Bald  war  es  Hans  Paumgartner  bei  der  Vielgestaltigkeit
seiner  Geschäfte  nicht  mehr  möglich,  jederzeit  genau  den
Stand  seines  Vermögens  anzugeben,  wie  es  für  die  Steuereinschätzung ­
  nötig  gewesen  wäre.  Er  schloss  daher  im  Jahre
1536  mit  der  Stadt  ein  Abkommen,  wie  dies  ein  Jahr  zuvor  auch
Fugger  getan  hatte,  indem  er  sich  bereit  erklärte,  jährlich
800  fl  Steuer  zu  bezahlen.  Er  sollte  dann  des  Steuereides  ledig

*)  In  Hans  Paumgartners  „Teilbrief“  (siehe  u.  S.  106)  wird  dies
erwähnt.
2 )  Natürlich  hatte  Paumgartner  an  den  wichtigsten  Mittelpunkten
seiner  Geschäftstätigkeit  dauernde  Vertreter  oder  „Faktoren“.  Nach
E  h  r  e  n  b  e  r  g  a.  a.  O.  I  S.  248  war  um  das  Jahr  1531  in  Antwerpen
der  einflussreiche  Rat  Karls  V.  Wolfgang  Haller  sein  Vertreter.  In
Schwaz  werden  genannt:  1522  u.  1525  Jobst  Engensteiner,  1527—1537
Hans  Klocker,  1537  u.  1546  Jakob  Plan.
3 )  Relationen  venetianischer  Botschafter  .  .  .  (Fontes  rer.  Austr.
II  30  S.  71).
*)  Nach  der  von  Strieder:  Genesis  .  .  .  S.  198  Anm.  2  gemachten ­
  Zusammenstellung  der  elf  reichsten  Augsburger  im  Jahre  1522.
            
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