Full text : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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Geschlecht  der  Freiberge  von  Eissenberg  im  Jahre  1547  heim.
Dem  Landadel  waren  solche  Verbindungen  mit  den  neugeadelten
Angehörigen  der  Grossfinanz  sehr  willkommen,  da  sie  ihm
die  stets  leeren  Kassen  mit  Geld  füllten.
Die  glänzende  Entwicklung,  die  wir  bisher  verfolgt  haben,
barg  aber  doch  eine  Gefahr  in  sich,  wenn  wir  an  das  kaufmännische ­
  Geschäft  zurückdenken,  das  ja,  wie  wir  wissen,
ohne  Unterbrechung  weitergeführt  wurde.  Mit  Besorgnis
fragen  wir,  ob  bei  den  veränderten  Verhältnissen  der  alte
Handelsgeist  frisch  blieb.  Zu  gross  war  die  Verlockung,  die
Gewohnheiten  des  Adels  anzunehmen  und  über  den  gesellschaftlichen ­
  Verpflichtungen  die  wichtigsten  geschäftlichen  Aufgaben
zu  vernachlässigen.  Solange  Hans  Paumgartner  lebte,  bestand
in  dieser  Hinsicht  keine  Gefahr.  Ob  aber  die  nächste  Generation, ­
  die  bereits  nicht  mehr  in  der  harten  Schule  des  Handels
aufwuchs,  Kraft  genug  besass,  um  auch  in  ernsten  Zeiten  das
Geschäft  auf  der  Höhe  zu  erhalten,  das  ist  eine  Frage,  die
sich  uns  beantworten  wird,  wenn  wir  zu  der  Geschichte  der
dritten  Generation  unserer  Familie  uns  wenden.  Zunächst  gilt
es  noch,  Hans  Paumgartners  Verdienste  um  die  Wissenschaft
und  seine  politische  Tätigkeit  näher  zu  betrachten.

e)  Hans  Paumgartner  als  Freund  des  Humanismus.
Es  war  zu  allen  Zeiten  das  edle  Vorrecht  der  Reichen,  Beschützer ­
  und  Gönner  von  Kunst  und  Wissenschaft  zu  sein.
Auch  Hans  Paumgartner  fand  trotz  der  immer  weiteren  Ausdehnung ­
  seiner  Geschäfte  und  dem  wachsenden  Kreis  von
sinnung  der  gemeine  Mann  in  Augsburg  über  diesen  Prunk  urteilte,
zeigt  die  Chronik  des  Augsburger  Malers  Georg  Preu  (Chroniken  d.
deutschen  Städte  29  S.  50  u.  S.  78).  Die  zuletzt  angegebene  Stelle
lautet:  „Item  adj  29.  jenner  ist  Hans  Baumgartner  sampt  seinem  sun
zu  einer  von  Stadion  verheirat  worden,  welche  ains  bischoffs  zu  Augspurg
brueders  tochter  gewest;  ist  die  hochzeit  zu  Dillingen  gehalten  worden  .  .  .
Also  hat  man  am  6.  hornung  ain  gross  mal  mitsambt  den  freundten  und
darnach  ain  köstlichen  dantz,  [wie]  der  in  langer  Zeit  nie  gesehen  ist
worden,  mit  berlen,  goldt,  Silber,  edlen  stainen,  halsbanden,  ringen,
sammat,  damascat,  atlass  und  von  zoblnfuttern;  da  was  kain  tadl,  in
kainer  hoffart  nichts  gespart.  Item  adj  7.  hornung  ritt  das  hochtzeitvolck
wider  heim  mit  grossen  Freuden.“  Noch  drastischer  ist  die  andere  Stelle
a.  a.  O.  S.  50.
            
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