Full text: Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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Aufgaben und Pflichten, die an ihn herantraten, noch Müsse, 
die wissenschaftlichen und literarischen Bestrebungen seiner 
Zeit zu verfolgen. Im Umgang mit den Gelehrten suchte der 
reiche Kaufherr Erholung; er scheint aber auch für einzelne 
Zweige der Wissenschaft persönliches Interesse gehabt zu 
haben. Augsburg, die Stadt eines Peutinger, mit dem Paum- 
gartner verwandt war, und eines Adelmann von Adelmannsfelden, 
bot in dieser Hinsicht mannigfache Gelegenheit. Auch im 
Kloster zu St. Ulrich fand der Humanismus eifrige Pflege durch 
Männer wie Veit Bild und Otmar Nachtigall (Luscinius) 1 ). Mit 
ihnen trat Paumgartner wohl in mannigfache Beziehung. 
Aber sein Verkehr beschränkte sich nicht auf die einheimischen 
Gelehrten. Er war auch befreundet mit Wilibald Pirkheimer, 
wie aus einem Brief hervorgeht, den Paumgartner im Jahre 1530 
an den Humanisten schrieb. Pirkheimers Tochter, Felizitas, 
hatte mit ihrem Gatten Hans Kleeberg in unglücklicher Ehe 
gelebt, ja nach ihrem Tod erhob der alte Pirkheimer gegen 
seinen Schwiegersohn den schweren Vorwurf, dass er den Tod 
der Gattin selbst verschuldet habe. Da griff nun Hans Paum 
gartner, der gemeinsame Freund Kleebergs und Pirkheimers, 
ein und suchte in einem Brief (18. Juni 1530) eine Versöhnung 
herbeizuführen, indem er Kleeberg gegen die Anschuldigungen 
Pirkheimers in Schutz nahm 2 ). 
Ausgesprochene Neigung brachte Hans Paumgartner der 
auf blühenden Rechtswissenschaft entgegen. Mit ihrem be 
deutendsten Vertreter in Deutschland, Ulrich Zasius, dem 
‘) Konrad Peutinger war bekanntlich mit einer Welser verheiratet. 
Ueber den Humanismus in Augsburg vgl. Lier: Der Augsburger Hu 
manistenkreis mit besonderer Berücksichtigung Bernhard Adelmanns 
von Adelmannsfelden (in: Ztschr. d. Hist. Ver. f. Schwaben u. Neuburg 
Jhrg. 1880 S. 68 ff.) u. Thurnhofer, Franz Xaver: Bernhard 
Adelmann von Adelmannsfelden, Humanist u. Luthers Freund (1457 bis 
1523) in: „Erläuterungen u. Ergänzungen zu Janssens Geschichte des 
deutschen Volkes. Herausgegeben von Ludwig Pastorll, Bd., 1. Heft. 
Ueber Peutinger unterrichten jetzt am besten die Peutinger-Studien 
von Erich König (Studien u. Darstellungen a. d. Gebiet der Geschichte. 
Im Auftrag der Görres- Gesellschaft . . . herausgegeben von Hermann 
Grauert. IX. Bd., 1. u. 2. Heft). 
2 ) Dieser Brief Paumgartners an Pirkheimer wird erwähnt von 
Richard Ehrenberg in seinem Aufsatz: „Hans Kleeberg, der gute 
Deutsche,“ in:Mitteilungen d. Ver. f. Gesch. der Stadt Nürnberg, Bd. IX 
S. 15.
	        
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