Full text: Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

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sunkene Assignaten, — kurz und gut, es herrschte eine völlige 
Krise, als Kankrin ans Ruder des Finanzministeriums kam. 
Doch ging er tapfer ans Werk, und es gelang ihm 
trotz aller Schwierigkeiten der Lage die Gefahr einer Kata 
strophe bald zu beseitigen. Zuerst galt es, das Ministerium 
von dem herrschenden Chaos zu befreien und Ordnung 
herzustellen. Er verwendete alle seine Kraft in dieser 
Richtung, und es gelang dies wenigstens so weit, dass er 
schon nach dem Thronwechsel im Jahre 1826 sein Programm 
Nikolaus I. vorlegen konnte. An diesem Programm hat er 
während der ganzen Ministerzeit festgehalten, so weit ihm 
die Umstände das erlaubten. Die Haupttendenzen seines 
Programms waren: grösstmögliche Sparsamkeit, Schonung 
des Staatskredits, Vermeidung neuer Auflagen, Hebung und 
Projektionierung der heimischen Industrie, Fixierung der 
Wertzeichen; ein Programm also, das nicht leicht zu ver 
wirklichen war, besonders unter den Verhältnissen, welche 
Kankrin zu berücksichtigen hatte. 
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Die furchtbare Reaktion, die nach der Dezember-Revolte 
1825 in Russland eintrat und die für die ganze Regierungs 
zeit Nikolaus I. charakteristisch blieb, dann unaufhörliche 
Kriegszüge gegen Persien und die Türkei, sowie die Miß 
ernten und die Hungersnot im Lande selbst, — all das war 
freilich nicht begünstigend für die Staatswirtschaft. Dennoch 
waren die Resultate, auf welche Kankrin nach 21 jähriger 
Tätigkeit zurückschauen konnte, bedeutend und nicht zu 
verkennen, trotz aller Fehler und Schwächen, welche ihm 
zum Vorwurf gemacht werden und teilweise auch gemacht 
werden müssen. 
Im weiteren Verlauf dieser Arbeit werden wir die Wirk 
samkeit des Finanzministers Kankrin ausführlicher zu be 
sprechen haben, — hier wollen wir nur noch das Wichtigste 
aus seinem Leben kurz wiedergeben. 
Neben seiner Tätigkeit als Minister fand Kankrin wenig 
Zeit für schriftstellerische Arbeiten. Hier haben wir, von
	        
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