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sunkene Assignaten, — kurz und gut, es herrschte eine völlige
Krise, als Kankrin ans Ruder des Finanzministeriums kam.
Doch ging er tapfer ans Werk, und es gelang ihm
trotz aller Schwierigkeiten der Lage die Gefahr einer Kata
strophe bald zu beseitigen. Zuerst galt es, das Ministerium
von dem herrschenden Chaos zu befreien und Ordnung
herzustellen. Er verwendete alle seine Kraft in dieser
Richtung, und es gelang dies wenigstens so weit, dass er
schon nach dem Thronwechsel im Jahre 1826 sein Programm
Nikolaus I. vorlegen konnte. An diesem Programm hat er
während der ganzen Ministerzeit festgehalten, so weit ihm
die Umstände das erlaubten. Die Haupttendenzen seines
Programms waren: grösstmögliche Sparsamkeit, Schonung
des Staatskredits, Vermeidung neuer Auflagen, Hebung und
Projektionierung der heimischen Industrie, Fixierung der
Wertzeichen; ein Programm also, das nicht leicht zu ver
wirklichen war, besonders unter den Verhältnissen, welche
Kankrin zu berücksichtigen hatte.
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Die furchtbare Reaktion, die nach der Dezember-Revolte
1825 in Russland eintrat und die für die ganze Regierungs
zeit Nikolaus I. charakteristisch blieb, dann unaufhörliche
Kriegszüge gegen Persien und die Türkei, sowie die Miß
ernten und die Hungersnot im Lande selbst, — all das war
freilich nicht begünstigend für die Staatswirtschaft. Dennoch
waren die Resultate, auf welche Kankrin nach 21 jähriger
Tätigkeit zurückschauen konnte, bedeutend und nicht zu
verkennen, trotz aller Fehler und Schwächen, welche ihm
zum Vorwurf gemacht werden und teilweise auch gemacht
werden müssen.
Im weiteren Verlauf dieser Arbeit werden wir die Wirk
samkeit des Finanzministers Kankrin ausführlicher zu be
sprechen haben, — hier wollen wir nur noch das Wichtigste
aus seinem Leben kurz wiedergeben.
Neben seiner Tätigkeit als Minister fand Kankrin wenig
Zeit für schriftstellerische Arbeiten. Hier haben wir, von