Full text: Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

— 49 — 
6 .. *) Weltr. 88. — 2 ) Weltr. 85. — 3 ) Weltr. 84. — 4 ) Weltr. 91. — 
°) Ök. 160. — «) Ök. 163—5. — 7 ) Ök. 165. 
2) aus den Erhaltungskosten von der Zeit der beendigten 
Produktion bis zum Verbrauch, nämlich Zinsen vom Kapital, 
das in der Sache steckt, Verwahrungskosten, Abgaben, Ab 
gang und Gefahr. 1 ) 
Die Normalpreise bleiben nun aber nicht immer die 
gleichen; sie schwanken. Es gibt verschiedene Ursachen, 
die diese Schwankungen hervorrufen. Gibt es z. B. zu 
wenig Edelmetalle, so entsteht die Wohlfeilheit. Das Um 
gekehrte ist der Fall, wenn zuviel Geld da ist. 2 ) Überhaupt 
entstehe im Laufe der Zeit eine allgemeine Steigerung der 
Preise »durch die Vermehrung der Silbermassen in den 
kommunikabeln Ländern der Welt«. 3 ) 
Doch können die Preise auch infolge des Wettbewerbes 
steigen oder fallen. Es ist aber naturgemäß nicht möglich, 
daß Unterpreise für längere Zeit bestehen bleiben, da jede 
Konkurrenz ihre Grenzen, über die sie nicht hinauskommen 
kann, haben muß. Die Konkurrenz rufe jedoch nicht immer 
die Wohlfeilheit hervor, vielmehr wecke sie »beim Verkauf 
aus der zweiten und dritten Hand zuweilen einen Hang 
z ur Teuerung«. 4 ) Vermehrt sich z. B. »in einer großen 
Stadt zu schnell die Zahl der Läden, so wird alles teurer, 
statt wohlfeiler, weil die allgemeine Tendenz zu leben und 
nicht mit Schaden zu verkaufen es so mit sich bringt«. 4 ) 
Im allgemeinen aber, meint Kankrin, führe die Konkurrenz 
die Preise auf »ein billiges Medium«, d. h. auf einen Mittel- 
Preis zurück, und zwar nicht nur von Ort zu Ort, wie 
2 - B. in größeren Städten, sondern auch in ganzen Länd 
lichen. 5 ) Eine Ausnahme davon machen Getreidepreise, 
w ° spezielle Ursachen hinzukommen, die das Steigen und 
fallen der Preise von Jahr zu Jahr beeinflussen. 6 ) Endlich 
S| nd zu erwähnen sogenannte Spezialpreise, die hoch und 
niedrig sein können: z. B. Getreidepreise in Kriegszeiten, 
die Preise bei Auktionen, beim Ausverkauf u. s. w. 7 ) Außer-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.