Metadata : Die Entwicklung der deutschen Stahlindustrie mit besonderer Berücksichtigung der Martinstahlerzeugung und der Bedeutung des Schrottes für dieselbe

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Wenn  man  die  Gesamtzahl  der  in  Flußeisenwerken  und
Gießereien  aufgestellten  Oefen  in  Betracht  zieht,  so  weist
das  deutsche  Zollgebiet  in  den  Jahren  1900  und  1911  folgende ­
  Zahlen  auf:

Liste  der  Martinöfen  des  deutschen  Zollgebietes.

Martinöfen  1900

Martinöfen

1911

Sauer

Ba '  Sa.

Sauer

Ba-Sa.



sisch

sisch

Rheinland  Westfalen

48

164  212

62

260

322

Saar,  Lothringen,  Luxemburg

5

18  23

3

33

36

Oberschlesien

5

32  37

9

48

57

Uebrige  Bezirke

12

22  34

19

50

69

Zusammen

70

236  306

93

391

484

Die  Entwicklung  der  Stahlbereitungsverfahren  zeigt
in  den  verschiedenen  Ländern  ganz  auffallende  Unterschiede.
Diejenigen  Nationen,  welche  dem  Thomasprozeß  nicht  das
nötige  Verständnis  entgegenbrachten  und  am  Bessemerverfahren ­
  festhielten,  hatten  immer  größere  Mühe,  die  erforderlichen ­
  Mengen  Erz  mit  dem  nötigen  geringen  Phosphorgehalt ­
  zu  beschaffen,  so  daß  ganz  allmählich  der  Phosphorgehalt ­
  des  Flußeisens  und  Flußstahles  stieg.  Wenn  nun  die
Verbraucher  bezüglich  der  Qualität  an  das  Material  große
Anforderungen  stellen  müssen,  so  gaben  sie  dem  Martinflußeisen ­
  den  Vorzug.
In  England  waren  die  Bessemererze  bald  abgebaut
und  die  Erze  mußten  von  Nordspanien  eingeführt  werden.
Mit  der  Höhe  der  Fracht  für  die  Erze  stieg  aber  auch  der
Preis  für  das  Roheisen.  Da  England  nun  günstig  für  den
Bezug  von  Schrott  liegt,  so  wirkten  diese  beiden  Umstände
zusammen,  daß  stetig  neue  Martinöfen  in  England  errichtet
            
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