Metadata : Der Safranhandel im Mittelalter

Abschnitt  II.

25
daß  seine  Verwendung  in  der  erwähnten  Weise  unmittelbar  beweiskräftig ­
  ist,  sind  recht  häufig,  aber  weitaus  nicht  die  überwiegenden.  In
den  überwiegenden  Fällen  verknüpft  sich  mit  dem  Ausdrucke  „Wert“
eine  materielle  Aussage,  in  bezug  auf  das  von  ihm  vertretene
Objekt  und  vom  Standpunkte  des  Aussagesubjektes  aus  getan  ').  Einer
solchen  Aussage,  nimmt  man  sie  für  sich  allein,  würde  nun  offenbar
auch  dann  ein  verständiger  Sinn  innewohnen,  sobald  es  den  Anschauungen ­
  des  betreffenden  Aussagesubjektes  gemäß  wäre,  unter  dem  Ausdrucke ­
  „Wert“  irgend  etwasBeliebiges  erledigen  zu  wollen,  was
sonst  niemand  unter  diesem  Ausdrucke  zu  erledigen  pflegt.  Diese
Zumutung  widerspricht  freilich  den  tatsächlichen  Verhältnissen.  Wir
lernen  es  noch  kennen,  wie  sich  auch  die  Aussagen  dieser  Art,  in  ihrer
Gesamtheit,  einem  mittelbaren  aber  höchst  schlagenden  Beweis  dafür
einschmiegen,  daß  in  der  „Wertlehre“  ganz  allgemein  so  vorgegangen
wird,  als  handelte  es  sich  wirklich  stets  um  den  Einen,  für  jedermann
um  den  nämlichen  Gegenstand,  der  Wissenschaft  unter  dem  Sprachzeichen
  „Wert“  zur  Erledigung  vorgesetzt.  Danach  müssen  wir  also
auch  den  Aussagen  dieser  Art  den  fraglichen  Gedanken  unterlegt  denken.
Immerhin,  greifen  wir  eine  solche  Aussage  heraus,  so  würde  sie,  auf
sich  selber  gestellt,  nicht  im  geringsten  beweisend  dafür  sein,  daß
jener  fragliche  Gedanke  richtig  erfaßt  worden  ist,  als  ein  unentratbarer,
aber  gleichsam  verborgener  Bestandteil  des  herkömmlichen  Denkens.
In  diesen  Fällen  seiner  Verwendung  steht  der  Ausdruck  „Wert“
für  etwas  ein,  das  auf  dem  Wege  einer  materiellen  Aussage  bereits
wirklich  erledigt  wird.  Man  könnte  sagen,  er  erscheint  in  der
Aussageform.  In  anderen  Fällen  aber  erscheint  der  Ausdruck  „Wert
—  innerhalb  der  sogenannten  Wertlehre  —  so  verwendet,  daß  er  nachweisbar ­
  für  etwas  erst  zu  Erledigendes  einsteht,  gleichsam  für  einen
abstrakt  genommenen  Gegenstand.  Sagen  wir,  er  steht  dann
in  der  Objektform.  Die  Aussagen  aber,  innerhalb  deren  er  in  Objektform ­
  erscheint,  erweisen  sich  für  unsere  Zwecke  unmittelbar  beweiskräftig. ­
  Denn  es  wohnt  ihnen  einsehbar  nur  dann  ein  verständiger ­
  Sinn  inne,  sobald  der  vom  Ausdrucke  „Wert“  vertretene
Gegenstand  als  der  Eine,  für  jedermann  näm  1  iche  gedacht  wird,
der  in  voller  Ursprünglichkeit  seiner  wissenschaftlichen  Erledigung  harrt.
Nicht  das  Aussagesubjekt  selber  denkt  so;  aber  seine  Befangenheit  im
herkömmlichen  Denken  führt  das  Aussagesubjekt  unbewußt  zu  einem

)  Es  trifft  dies  nicht  etwa  bloß  für  jene  Aussagen  zu,  die  man  herkömmlich  „Wertdefinitionen ­
  zu  nennen  pflegt;  auch  für  alle  Aussagen,  die  solche  „Wertdefinitionen“
bald  Torbereiten,  bald  wieder  erläutern  oder  auch  sachlich  fortsetzen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.