Abschnitt II.
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daß seine Verwendung in der erwähnten Weise unmittelbar beweiskräftig
ist, sind recht häufig, aber weitaus nicht die überwiegenden. In
den überwiegenden Fällen verknüpft sich mit dem Ausdrucke „Wert“
eine materielle Aussage, in bezug auf das von ihm vertretene
Objekt und vom Standpunkte des Aussagesubjektes aus getan '). Einer
solchen Aussage, nimmt man sie für sich allein, würde nun offenbar
auch dann ein verständiger Sinn innewohnen, sobald es den Anschauungen
des betreffenden Aussagesubjektes gemäß wäre, unter dem Ausdrucke
„Wert“ irgend etwasBeliebiges erledigen zu wollen, was
sonst niemand unter diesem Ausdrucke zu erledigen pflegt. Diese
Zumutung widerspricht freilich den tatsächlichen Verhältnissen. Wir
lernen es noch kennen, wie sich auch die Aussagen dieser Art, in ihrer
Gesamtheit, einem mittelbaren aber höchst schlagenden Beweis dafür
einschmiegen, daß in der „Wertlehre“ ganz allgemein so vorgegangen
wird, als handelte es sich wirklich stets um den Einen, für jedermann
um den nämlichen Gegenstand, der Wissenschaft unter dem Sprachzeichen
„Wert“ zur Erledigung vorgesetzt. Danach müssen wir also
auch den Aussagen dieser Art den fraglichen Gedanken unterlegt denken.
Immerhin, greifen wir eine solche Aussage heraus, so würde sie, auf
sich selber gestellt, nicht im geringsten beweisend dafür sein, daß
jener fragliche Gedanke richtig erfaßt worden ist, als ein unentratbarer,
aber gleichsam verborgener Bestandteil des herkömmlichen Denkens.
In diesen Fällen seiner Verwendung steht der Ausdruck „Wert“
für etwas ein, das auf dem Wege einer materiellen Aussage bereits
wirklich erledigt wird. Man könnte sagen, er erscheint in der
Aussageform. In anderen Fällen aber erscheint der Ausdruck „Wert
— innerhalb der sogenannten Wertlehre — so verwendet, daß er nachweisbar
für etwas erst zu Erledigendes einsteht, gleichsam für einen
abstrakt genommenen Gegenstand. Sagen wir, er steht dann
in der Objektform. Die Aussagen aber, innerhalb deren er in Objektform
erscheint, erweisen sich für unsere Zwecke unmittelbar beweiskräftig.
Denn es wohnt ihnen einsehbar nur dann ein verständiger
Sinn inne, sobald der vom Ausdrucke „Wert“ vertretene
Gegenstand als der Eine, für jedermann näm 1 iche gedacht wird,
der in voller Ursprünglichkeit seiner wissenschaftlichen Erledigung harrt.
Nicht das Aussagesubjekt selber denkt so; aber seine Befangenheit im
herkömmlichen Denken führt das Aussagesubjekt unbewußt zu einem
) Es trifft dies nicht etwa bloß für jene Aussagen zu, die man herkömmlich „Wertdefinitionen
zu nennen pflegt; auch für alle Aussagen, die solche „Wertdefinitionen“
bald Torbereiten, bald wieder erläutern oder auch sachlich fortsetzen.