Full text : Wirtschaft als Leben

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,Der  Wertgedanke“,

Vorgehen,  als  ob  es  so  denken  würde;  zu  einem  Vorgehen,  das  bei
wahrhaft  unbefangenem  Betrachten  nur  dann  verständlich  erscheint,  sobald ­
  man  ihm  jene  Voraussetzung  unterschiebt 1 ).
Es  ist  nach  zweierlei  Unterfällen  möglich,  von  einer  wissenschaftlichen ­
  Aussage  zu  behaupten,  daß  sie  den  Ausdruck  „Wert“  in  jener
beweiskräftigen  Objektform  in  sich  schließe.  Entweder  kann  man  sich
dafür  auf  die  Stellung  berufen,  die  die  betreffende  Aussage  in  dem
ganzen  Systeme  von  Aussagen  einnimmt,  das  sich  auf  ein  und  dasselbe
Aussagesubjekt  zurückführen  läßt.  Oder  es  geht  jener  verborgene,
theoretisch  unterschiebbare  Sinn  schon  aus  dem  offenliegenden  Sinn  der
Aussage  ganz  von  selber  hervor.  Um  ihn  herauszuhören,  dazu  bedarf
es  nur  des  Freiseins  von  der  Befangenheit  des  herkömmlichen  Denkens.
In  der  ersteren  Hinsicht  lassen  sich  jene  Aussagen  geltend  machen,
mit  denen  man  die  sogenannten  Werttheorien  einzuleiten  pflegt,  die
regelrechten  Beiträge  des  einzelnen  Theoretikers  zur  „Wertlehre“.  Da
wird  —  und  zunächst  eben  nicht  im  Sinne  der  Erledigung  —  von  „dem
Werte“  wie  von  etwas  jedermann  Bekanntem  gesprochen,  obwohl  noch
in  keiner  Weise  gesagt  wurde,  was  man  sich  denn  eigentlich  unter
diesem  Ausdrucke  zu  denken  habe.  Das  betreffende  Aussagesubjekt
könnte  es  unter  keinen  Umständen  für  genügend  erachten,  für  etwas,
was  doch  offenbar  erst  zu  erledigen  ist,  einfach  den  Ausdruck  „Wert“
zu  setzen,  von  ihm  schlankweg  als  von  „dem  Werte“  zu  reden,  wäre
in  ihm  auch  nur  der  leiseste  Zweifel  rege,  ob  sich  auf  den  Ausdruck
„Wert“  hin  auch  jeder  andere  vor  eben  und  genau  denselben  Gegenstand ­
  gestellt  sieht,  an  den  es  in  diesem  Augenblicke  selber  denkt.
*)  Wie  sehr  es  dem  Geiste  der  herkömmlichen  und  damit  allgemeinen  Anschauung
gemäß  ist,  den  Ausdruck  „Wert“  in  jener  bezeichnenden  Objektform  zu  gebrauchen,  davon
kann  sich  jedermann  leicht  überzeugen.  Es  genügt,  nach  den  Gedanken  zu  greifen,  die
sich  etwa  beim  Lesen  dieser  Ausführungen  einstellen  mögen.
So  dürfte  leicht  jemand,  der  auf  eine  eigene  oder  fremde  „Werttheorie“  eingeschworen ­
  ist,  den  trotzigen  Hintergedanken  festhalten:  „Die  Wahrheit  über  den  Wert
liegt  eben  doch  bei  meiner  Theorie  1“  Wer  aber  mit  den  hier  verhandelten  Dingen
weniger  vertraut  ist,  dem  liegt  vielleicht  dauernd  die  Frage  nahe:  „Was  ist  denn  eigentlich
nun  der  Wert?“  Und  endlich  könnte  mir  jedermann  den  Einwurf  machen  wollen:  „Irgend
etwas  muß  der  Wert  doch  sein!“
Ich  habe  an  dieser  Stelle  weder  jener  Behauptung  entgegenzutreten,  noch  jene  Frage
zu  beantworten,  noch  endlich  diesem  Einwurfe  Rede  zu  stehen.  Aber  mit  allem  Nachdrucke ­
  weise  ich  darauf  hin,  daß  es  gar  keinen  Sinn  hätte,  den  Ausdruck  „Wert“  in
solcher  Weise  in  diesen  drei  Satzgefügen  zu  verwenden,  würde  man  dabei  nicht  im
stillen  voraussetzen,  es  sei  das  unter  „Wert“  zu  Erledigende  als  der  Eine  und  nämliche
Gegenstand  der  Wissenschaft  vorgesetzt  1  Man  kann  es  gerade  solchen  ungezwungenen
Redeweisen  am  besten  nachfühlen,  wie  sehr  jener  Gedanke  inhaltlich  unseren  Anschauungen
in  Fleisch  und  Blut  übergegangen  ist.
            
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