Full text : Wirtschaft als Leben

Abschnitt  II.

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Wir  wissen  es,  bei  der  Befangenheit  im  herkömmlichen  Denken  kann
dieser  Zweifel  gar  nicht  aufkommen.  Und  so  guckt  wirklich  an  solchen
Stellen  der  verborgene  Bestandteil  des  herkömmlichen  Denkens  hervor.
Diese  Stellen  enthalten  eben  nur  unter  der  Bedingung  einen  verständigen ­
  Sinn,  daß  man  der  Wissenschaft  in  der  Tat  unter  dem  Sprachzeichen
  „Wert“  ein  Singularobjekt  vorgesetzt  vermeint
In  dieser  Hinsicht  nun  einige  Beispiele:
„Der  Wert  zeigt  die  Herrschaft  des  Geistes  auch  im  äußeren  Güterleben. ­
  —“  (Schäffle,  Gesellschaft!.  System,  I.  S.  33.)
„Offenbar  liegt  dem  Wert  ein  Verhältnis  zwischen  einem  Objekte  und
den  Bedürfnissen,  Neigungen  usw.  des  Menschen,  kurz  etwa  seinen  „Begehrungen“ ­
  zugrunde.  —  Zur  Erkenntnis  der  Natur  dieses  Verhältnisses  und
daraufhin  zum  Begriffe  des  Wertes  gelangt  man  leicht  durch  eine  Auseinanderlegung ­
  der  notwendigen  Stadien  einer  Gedankenreihe,  welche  zum
Wert  führt.“
(Jul.  Wolf,  Zur  Lehre  vom  W.  Tübgr.  Z.  42.  1886,  S.  416.)
„Unter  den  elementaren  Erscheinungen  der  Wirtschaft  nimmt  die  des
Wertes  eine  hervorragende  Stelle  ein.  Der  Wert  beherrscht  und  leitet  die
Beziehungen  des  Menschen  zu  der  Mannigfaltigkeit  des  Güterreiches,  und
damit  auch  die  Beziehungen  zwischen  den  Menschen,  welche  auf  dem  Verhältnisse ­
  zur  Güterwelt  beruhen.  Der  Wert  muß  daher  auch  auf  dem  Gebiete ­
  der  kollektivistischen  Wirtschaft  in  maßgebender  Geltung  stehen,  und
es  drängt  sich  die  Frage  auf:  in  welcher  Form  die  Urerscheinung  hier  auftritt.“
  (E.  Sax,  Staatswirtschaft,  S.  249.)
„Über  den  Wert  sind  bereits  praktisch  bewährte  Kenntnisse,  glaubwürdige
Mitteilungen,  uralte  durch  die  Zeiten  gefestigte  Überlieferungen  da.  Wer
wäre  töricht  genug,  sie  zu  verschmähen  ?“
(v.  Wieser,  Ursprung  und  Hauptgesetze  des  w.  W.,  S.  9.)
Bei  diesen  Aussagen  ist  es  die  unbefangene  Sicherheit,  mit  der  sie
an  vorgeschobener  Stelle  auftreten;  das  macht  sie  in  der  fraglichen
Richtung  beweiskräftig.  Bei  den  anderen  Aussagen  aber  ist  es  ihr
eigener  Gehalt.  Man  sieht  es  ihnen  auf  den  ersten  Blick  an,  daß  bei
ihnen  der  Ausdruck  ,  Wert“  ein  zu  Erledigendes  vertritt,  das  sich
allem  Wechsel  und  Wandel  in  seinen  mannigfachen  Erledigungen
als  das  Ständige  entgegensetzen  läßt5  nls  das  über  Zeit  und
Personen  hinweg  verharrende  Eine  —  der  sich  selber  gleichbleibende ­
  Gegenstand,  welcher  dem  Inhalt  des  fraglichen  Gedankens
gemäß  der  Wissenschaft  unter  „Wert“  vorgesetzt  sei.
Von  Aussagen,  die  in  dieser  zweiten  Art  für  den  gesuchten  Beweis
einstehen  können,  nun  einige  Beispiele:
            
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