fullscreen : Die Entwicklung der Weißgerberei

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Es  möge  genügen,  auf  die  einschlägige  Litteratur  hinzuweisen').  Auch
die  Tätigkeit  dieses  umfassenden  Vereins,  Ausstellungen,  Schulwesen,
Untersuchungen,  Interpellationen  usw.  anlangend,  darf  hier  nur  kursorisch
erwähnt  werden.
Der  „Verein  der  Glace-  und  Weißlederindustriellen
in  Deutschland"  wurde  von  Fabrikanten  des  Magdeburger  Bezirks  im
Jahre  1888  zum  Zweck  der  Abwehr  der  damals  von  den  Arbeitern  provozierten ­
  Arbeitseinstellungen  gegründet.  Seine  Erweiterung  erhielt  der
Verein  anfangs  1896  auf  Grund  erweiterter  Statuten  durch  Verschmelzung
mit  dem  Verein  deutscher  Glacehandschuhfabrikanten 2 ).  Die  wichtigsten  uns
hier  interessierenden  Paragraphen  seiner  Statuten  seien  wörtlich  angeführt, ­
  weil  diese  typisch  sind  für  ähnliche  Vereine,  sowohl  nach  Zweck
des  Vereins,  als  nach  Gliederung,  als  auch  nach  Mitgliederumfang.
8  2.

Zwecke  des  Vereins  sind:
a)  Hebung  und  Förderung  der  Glace-  und  Weißleder-Jndustrie
im  allgemeinen;
b)  Besprechungen  und  Anregungen  bezüglich  der  Lage  des  Rohfell-, ­
  Leder-  und  Wollmarktes;
o)  Austausch  von  Erfahrungen  wirtschaftlicher  und  technischer  Natur,
soweit  hierdurch  nicht  Fabrikations-  oder  Geschäftsgeheimnisse  berührt
werden;
ck)  Wahrung  der  Interessen  gegenüber  Behörden  und  Parlamenten
bei  Beratung  von  Gesetzen  und  Verordnungen,  sowie  bei  Zoll-  und
Handelsfragen;
6)  Lösung  von  Streitigkeiten  und  Meinungsverschiedenheiten
zwischen  Arbeitgebern  und  Arbeitnehmern  auf  Antrag  der  Parteien,
sowie  Förderung  des  Wohles  der  Arbeiter;
1)  Schaffung  besonderer  geschäftlicher  und  wirtschaftlicher  Vorteile
für  die  Vereinsmitglieder;
g)  schiedsgerichtliche  Lösung  von  Streitigkeiten  zwischen  Vereinsmitgliedern. ­


8  3.
Mitglieder  des  Vereins  können  werden:
Leder-Industrielle,  welche  Weißgerberei  oder  Lederfärberei  betreiben.
*)  Vgl.  Lederausstellung  1878;  Gerberzeitung  1891,  S.  169;  Gerberzeitung
1877,  S.  223;  Schuh  und  Leder  1910,  Nr.  53;  Maschke  1906.
2 )  Pflug  1897,  S.  93;  Keßler  1907,  S.  55,  79,  82,  352.
            
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