105
netz kommt schon auf 9 W ein Bahnhaltepunkt. Freilich trägt zu diesem
günstigen Resultat die Umgebung der beiden großen Städte Petersburg
und Riga mit ihrem Lokalverkehr bei. Aber es besteht doch auch ohnehin
ein ziemlich gleichmäßig verteiltes System von Haltepunkten, so daß
nur sehr selten eine Distanz von 20 und mehr W entsteht 1 ). Nur
im südlichen Teile der Petersburger Provinz, der etwa die gleichen
Bedingungen aufweist wie die anschließenden Teile der Gouvernements
Nowgorod und Pskow, in Mittellivland, namentlich auf der Strecke
Pskow—Werro, im bewaldeten, sehr schwach besiedelten Nordwesten
Kurlands * 2 ), aber auch in den Sumpfwiesen zwischen Mitau und Riga
findet man größere Stationsdistanzen..
In den waldreichen Gebieten der oberen Wolga und ihrer Zuflüsse,
die durch die Bahn Petersburg—Wologda—Wjatka—Perm, ferner durch
die ältere Bahn Rybinsk—Bologoje und die Bahnen in den Provinzen
Jaroslawl, Kostroma und einigen kleineren benachbarten Distrikten
teilweise erst ganz neuerdings erschlossen werden und so das verkehrs
geographische Zwischenglied zwischen dem industriellen Großrußland
und dem spärlich besiedelten Norden darstellen 3 ), ist die Stationsferne
verhältnismäßig klein. Sie beträgt im Mittel kaum mehr als 12 W 4 ),
so selbst auf der ungeheuer weite Sumpf- und Waldgebiete, mit dem
Übergang über die Suda, den Nebenfluß der Scheksna, aber auch be-
bautere Striche durchschienenden Bahn Petersburg—Wologda, die auf
560 W (46 Stationen) nur zwei etwas größere Plätze, Tichwin und Tschere-
powetz, berührt und nur 8 Stationsentfernungen von 20—22 W zählt.
Auch auf der östlichen Fortsetzung durch das Gouvernement Kostroma
nach Wjatka (596 W, 36 Stationen), die durch das Flußgebiet der
Kostroma, der Unza und der Wetluga führt, sind verhältnismäßig wenige
(14) Teilstrecken zwischen 20 und 25 W vorhanden.
Das bei weitem schwächste Verkehrsgebiet stellt der Norden dar.
Die beiden einzigen Bahnen, die den Verkehr zwischen Großrußland
und dem Ural einerseits und der nördlichen Dwina andererseits her-
stellen, sind die Linien Wologda—Archangelsk und Wjatka—Kotlas.
Die Schmalspurbahn Wologda—Archangelsk zählt auf 595 W nur
24 Zwischenstationen, ln den einsamen Waldgebieten der Provinzen
Wologda 5 ), Olonez und Archangelsk werden Entfernungen von 37, 38,
4 ) In Esthland hat nur die kleine Nebenbahn Reval—Hapsal Stations
distanzen von 19, 20 und 23 W. Sonst kommen in der- Provinz nur noch Ent
fernungen bis zu 14 und 16 W vor.
2 ) Der Kreis Windau, der von der Windau-Mitauer Bahn durchfahren wird,
hat mit 16 Einw. auf den qkm. (1907) die geringste Dichte in den drei unter deut
schem Kultureinfluß stehenden Provinzen.
3 ) Die durchschnittliehe Volksdichte bleibt weit unter 30.
4 ) Auf der- Bahn Sergijewo—Jaroslawl—Wologda liegen auf 388 W 41
Stationen.
5 ) Wologda ist die waldreichste Provinz Rußlands.