Full text : Die Schweiz

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Alpwinschasl

aößnbmuivj

Fremden
verkehr

Die  Gebirgstäler  Graubündens  erhalten  ihren  Land
schaftscharakter  durch  die  Nadelholzwaldungen,  die
stundenweit  als  dunkles  Kleid  die  Gehänge  verhüllen,
und  durch  die  prächtigen,  blumigen  Alpweiden.
Durch  die  Fvhngasfe  des  Rheinquertales  dringt
die  Rebe  bis  nach  Chur  hinauf  vor.  Getreide  wird
taleinwärts  bis  zu  großer  Höhe  angebaut;  so  steigen ­
  in  sonniger  Lage  im  Engadin  die  Getreideselder
  neben  den  Obstbäumen  bis  zu  1700  rn.  Immerhin ­
  wird  der  Boden  zumeist  alpwirtschaftlich
benutzt.  Die  Alpweiden  unterhalten  einen  Vieh
stand,  der  zum  wichtigsten  Besitz  des  Landes  gehört.
Aus  den  Hochtälern  stammt  das  luftgetrocknete
Fleisch,  da§  unter  dem  Namen  „Bündner  Fleisch"
meist  von  Chur  aus  versandt  wird.  Schon  längst
vermochte  die  Alpwirtschaft  nicht  mehr,  allein  die
wachsende  Bevölkerung  zu  ernähren;  daher  der  Trieb
so  vieler  Bündner,  im  besondern  der  Engadiner,
nach  den  großen  Städten  Norditaliens  und  des
übrigen  Europa  auszuwandern,  um  als  Zuckerbäcker,
Wirte,  Hotelangestellte  oder  Geschäftsleute  sich  einen
gewissen  Wohlstand  zu  verschaffen  und  in  späteren
Jahren  wieder  nach  der  Heimat  zurückzukehren.
Diese  Kräfte  werden  neuerdings  immer  mehr  ini
Lande  zurückgehalten  durch  den  sichern  Verdienst
im  Fremdenbcsuch,  der  Graubünden  wegen  seiner
landschaftlichen  Schönheit  und  der  Heilwirkungen
seines  Höhenklimas  und  der  zahlreichen  Mineral
quellen  bevorzugt.  Die  rätische  Bahn  und  die  Al
pcnstraßen  bewältigen  und  fördern  einen  großen
Touristenverkehr,  der  nun  auch  im  Winter  an  den
bekannten  Eissportplätzen  nicht  aussetzt.  Durch  den
Bau  einer  Ostalpenbahn  (Seite  112)  sucht  Grau
bänden  seine  mittelalterliche  Stellung  als  bevor
zugtes  Durchgangsland  zwischen  Nord-  und  Süd
europa  zurückzugewinnen.
Graubünden  hat  eine  sprachlich  und  konfessionell

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