Full text: Die Schweiz

245 
oder geringeren Zwischenräumen verlaufen müssen 
die Schraffen länger oder kürzer werden. Lange 
Striche bedeuten eine schwache, kurze dagegen eine 
starke Neigung. Je kürzer die Schraffen, desto dicker 
werden sie ausgezogen, und desto schmaler werden 
die weißen Zwischenräume zwischen den einzelnen 
Strichen belassen; je dunkler der Ton, desto steiler 
die Böschung. 
Die Schraffenkarte bietet ein plastisches und 
übersichtliches Bild der Bodenformen, gestattet aber 
nicht, mit gleicher Genauigkeit und Sicherheit die 
Neigungsverhältnisse abzulesen, wie das Kurven- 
system. 
Die Schraffenkarten der Nachbarländer nehmen 
für die Verteilung von Licht und Schatten eine 
senkrechte Beleuchtung an. Die Dufour-Karte ver 
wendet die schiefe Beleuchtung, bei der man sich 
die Sonnenstrahlen unter einem Winkel von 45 0 
von Nordwesten her einfallend zu denken hat. Für 
unser Gebirgsland, dessen Hauptzüge von 8 W nach 
N 0 quer zu der Richtung der Strahlen laufen, schafft 
die Schraffenmanier mit schiefer Beleuchtung von 
Nordwesten her ein prachtvoll plastisches Bild. Dem 
Vorzug der starken Reliefwirkung stehen zwei Nach 
teile gegenüber; die sonnigen Südostabhänge erschei 
nen dunkel und unfreundlich, die schattigen Nord- 
westhalden sind beleuchtet; infolge der Verteilung von 
Licht und Schatten rufen die Böschungen der Süd 
ostseite den Eindruck größerer Steilheit hervor als 
die der Nordwestseite. 
Die Dufour-Karte wurde nach den Original 
aufnahmen des Topographischen Atlas hergestellt, 
der ursprünglich nur dazu bestimmt war, mit seinen 
Horizontalkurven als Grundlage für die Schraffen- 
zeichnung zu dienen, und erst später als selbständiges 
Werk erschien. 
3. Die Generalkarte der Schweiz G-n-rali-u-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.