Full text : Die Schweiz

25

und  die  hohen  Ketten  beinahe  bis  zum  Kamm  hinauf ­
  verhüllt.  (Jura-Waldgebirge.)  In  den  tiefern
und  Würmern  Regionen  mischt  sich  das  Helle  Buchenlaub ­
  unter  das  dunkle  Nadelholz.
Die  Jurahöhen  leiden  trotz  der  reichen  Niederschläge ­
  an  Trockenheit;  das  Regenwasscr  sickert  in
den  klüftigen,  durchlässigen  Kalkboden  ein,  sammelt
sich  in  Höhlengängen  iin  Bcrginnern  und  koinmt
erst  im  Tale  als  Stromquelle  wieder  zum  Vorschein
(so  bei  Noiraiguc  im  Traverstal).  Die  Weiden
auf  den  Bergrücken  und  an  den  flachen  Stellen
der  Abhänge  bekommen  im  Sommer  häufig  durch  die
Dürre  eine  rostbraune  Farbe;  die  Weiden  in  den
Hochalpcn  dagegen,  auf  undurchlässigem  Boden  vom
Schmelzwasser  des  Schnees  berieselt,  prangen  zur
gleichen  Zeit  in  saftigem  Grün.  Die  ausgedehnten
Waldflächen  an  den  Steilhalden  und  auf  den  Plateauflächen ­
  des  Jura  erfüllen  die  überaus  wichtige
Aufgabe,  die  magere  Erdkrume  aus  den:  Felsboden
festzuhalten  und  darin  einen  Teil  der  Feuchtigkeit
aufzuspeichern.  Das  Mholzen  der  Wälder  hätte  zur
Folge,  daß  überall  der  nackte  rissige  Kalksels  zu
Tage  käme;  damit  würden  die  Jurahöhen  gleich
unbewohnbar,  wie  einzelne  entivaldete  Kalkgebirge
Südcuropas.
Auf  dem  wasserarmen,  wenig  fruchtbaren  Kalk-  So((mil)
bodcn  erlangt  der  Ackerbau  keine  große  Bedeutung,  srwrri.
Die  Grasflächen  auf  den  Bergrücken  dienen  nur  als
Viehweide.  Die  Sennen  bewohnen  hier  das  vereinzelt ­
  stehende,  charakteristische  Berghaus,  das  in
breitem,  niedrigern  Bau  wie  auf  den  Boden  geduckt
erscheint  und  Schutz  sucht  vor  der  strengen  Winterkälte
  und  den  rauhen  Winden.  Der  Regenablauf
des  Daches  wird  in  einen  ausgemauerten  Schacht,
die  Zisterne,  geleitet  als  Wasservorrat  für  die  trokkene
  Zeit.  Auf  den  Jurahöhen  ist  infolge  der  spärlichen ­
  Hilfsmittel  und  wegen  der  Lage  abseits  vom
Verkehr  die  Volksdichtc  gering.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.