Full text : Die Schweiz

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Geschichtliches  Geschichtliches.  Bevor  der  Verkehr  der  Reu--zeit
  billiges  Getreide  aus  den  Markt  brachte,  waren
sogar  die  Gebirgsgegenden  aus  Selbstversorgung  angewiesen, ­
  so  kümmerlich  auch  bisweilen  die  Ernte  aussiel; ­
  denn  schlechte  Wege,  Teuerung  und  Marktsperren
machten  die  Zufuhr  aus  dem  Flachland  unsicher.  Urkunden ­
  und  Flurnamen  beweisen,  daß  der  Ackerbau
einst  Bedeutung  besaß,  wo  er  heute  nahezu  verschwunden ­
  ist,  wie  im  Appenzell,  in  den  innern  Kantonen
und  auf  den  Jurahöhen.  In  der  Sage  voll  Arnold
aus  dem  Melchtal  läßt  der  Streit  um  das  Gespann
Ochsen  erkennen,  daß  einst  der  Getreidebau  selbst  int
steilen  Melchtal  verbreitet  war;  heute  würde  man  dort
keinen  Pflug  mehr  finden.  Frühzeitig  versuchten  die
Bauern,  den  Getreidebau  zugunsten  der  Wiesen  und
der  Viehzucht  einzuschränken.  Die  Obrigkeit  einzelner
Orte  bemühte  sich  umsonst,  ihn  zu  unterstützen,  um
der  Brvtteuerung  vorzubeugen.  Der  Rat  von  Luzern
gebot  1438  den  Landvögten,  der  Umwandlung  des
Ackerlandes  in  Wies-  und  Weideland  entgegenzutreten.
Die  Regierung  von  Obwalden  erließ  im  gleichen
Sinne  Verordnungen  und  setzte  für  den  Ackerbau
Belohnungen  aus.  Zu  Waldmanns  Zeit  verbot  der
Rat  von  Zürich,  das  Ackerland  zu  Rebland  zu  machen.
L-mdwirt-  Die  Landwirtschaft  des  Mittellandes  setzt  sich,
schüft  in  Alpen  Wenn  auch  zum  Teil  in  anderen  Formen,  in  das
und  Jura  hinein  sort.  Äcker  und  Wiesen,  Obstgärten ­
  und  Reben  dringen  durch  die  Alpentäler
bis  zu  beträchtlicher  Höhe  vor.  Die  über  der  Waldgrenze ­
  liegenden  ausgedehnten  Grasflächen  dienen
dem  Talvieh  zur  Sommerweide;  sie  sind  die  Grundlage ­
  der  für  die  Viehzucht  so  wertvollen  Alpwirtschaft. ­
  Im  Jura  beschränkt  sich  der  Ackerbau  meist
auf  die  weiten  Talmulden;  die  Sohlen  der  Längstäler ­
  haben  außer  der  geschützten  Lage  auch  den
Vorzug  größerer  Fruchtbarkeit  gegenüber  dem  zer-
            
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