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die Baumwollindustrie der Ostschweiz, die Seiden
industrie von Zürich und Basel, die Uhrenmacherei
im Jura und der Maschinenbau in verschiedenen
Orten des Mittellandes.
2. Stickerei.
Der jährliche Export im Wert von 189 Mill.
Franken (1909) stellt die Stickerei an die Spitze
aller schweizerischen Industrien*). Da als Material
meist Baumwolle verwendet wird, so gilt die Stik-
kerei nicht selten als Zweig der Baumwollfabrika-
tion. Die kunstvolle Arbeit und der hohe Produk
tionswert geben ihr aber eine selbständige Stellung.
Die Stickerei umfaßt ein enger begrenztes Gebiet «»a**»«»,
als die übrigen Großindustrien der Schweiz. Sie ***
ist in den Kantonen St. Gallen, Appenzell und
Thurgau verbreitet; jenseits der Grenze beschäftigt
sie auch die Bewohner des österreichischen Vorarl
bergs. Mittelpunkt des gesamten Industriegebietes
ist die Stadt St. Gallen. Von hier aus gehen die
Arbeitsaufträge in die Landschaft hinaus; dahin
kehren die fertigen Waren zurück und werden in den
Ausrüstereien der Geschäftshäuser für den Verkauf
im Großen zubereitet. Demnach ist es verständlich,
daß man stets von den St. Galler Stickereien redet,
gleichgültig, in welchem Teil des Jndustriebezirkes
sie angefertigt wurden. Die Hauptabnehiner der St.
Galler Stickereien sind die Vereinigten Staaten und
England.
Die feine Handstickerei ist unter der Konkur- gme, »"»>
renz der Stickmaschine seit der Mitte des 19. Jahr- jmST
Hunderts stark zurückgegangen und beschäftigt heute
fast nur noch die Frauen und Mädchen Jnnerrho-
dens. Dafür hat vom Bodensee bis zu den Höhen
am Fuß des Säntis die Maschine ihren Einzug ge
halten, in den Dörfern sowohl wie in den einsam
gelegenen Häuschen hoch oben an steiler Berghalde.
') 1910 stieg die Ausfuhr rms 210 Mill. Fr.