Full text : Taxämter oder private Schätzungen?

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Wörtlich  sagt  das  Aufsichtsamt  dann  weiter:
„Daß  die  Kaufpreise  zuweilen  unter  außergewöhnlichen  Verhältnissen ­
  durch  besondere  Umstände  beeinflußt  sein  können,  und
dann  keinen  einwandfreien  Wertmesser  bilden,  ist  vom  Aufsichtsamte
  nie  verkannt  worden.  Daß  aber  bei  einem  Teile  der
Gesellschaften  ....  regelmäßig  preiserhöhende,  bei  anderen  Gesellschaften ­
  preirdrüLendc  Umstände  vorgelegen  haben,  wird  nicht
angenommen  werden  können;  .  .  .  .  "
Ganz  ähnliche  Ausführungen  macht  dasselbe  Amt  in  einem  späteren ­
  Geschäftsbericht  (1906)  dort  heißt  es:
„Uns  den  von  den  einzelnen  Anstalten  eingereichten  Verzeichnissen ­
  läßt  sich  Bahr  für  Jahr  mit  großer  Uegelmäßigkeit
beobachten,  daß  bei  einer  Reihe  von  Gesellschaften  die  Kaufpreise
fast  durchgehends  sich  annähernd  mit  den  von  ihnen  erhobenen
privaten  Taxen  decken,  daß  dagegen  bei  anderen  Gesellschaften
sehr  erhebliche  Abweichungen  die  Regel  bilden.  Vas  Aufsichtsamt
hat  nie  verkannt  und  sowohl  in  seinen  Geschäftsberichten  wie
bei  sonstigen  Gelegenheiten  immer  wieder  betont,  daß  in  einzelnen ­
  Fällen,  die  bei  Grundstücksverkäufen  erzielten  oder  angegebenen ­
  preise  durch  außergewöhnliche  Verhältnisse  beeinflußt
sein  können,  und  dann  einen  zutreffenden  Maßstab  für  den  wirklichen ­
  verkaufswert  nicht  bilden.  Ts  kann  daher  unmöglich  angenommen ­
  werden,  daß  solche  Verhältnisse  im  allgemeinen  nur
dann  vorkommen,  wenn  private  Taxen  den  Beleihungen  zu
Grunde  liegen,  und  daß  sie  bei  einem  Teile  der  Gesellschaften
regelmäßig  und  in  größerem  Umfange,  bei  einem  andern  Teile
nicht  oder  nur  ausnahmsweise  in  erheblicherem  Maße  eintreten.
Wenn  eine  Gesellschaft  gleichmäßig  Bahr  für  Iahr  wahrnimmt,
daß  ausnahmslos  oder  mit  geringen  Ausnahmen  die  Kaufpreise
erheblich  unter  den  Taxen  liegen,  so  würde  sie  einer
Selbsttäuschung  verfallen,  wenn  sie  die  Annahme,
daß  in  allen  Fällen  besondere  Verhältnisse  die
Kaufpreise  heruntergedrückt  haben,  für  eine  ausreichende ­
  Erklärung  ansieht."
Diesen  Ausführungen  laufen  absolut  parallel  die  Erfahr ­
  ungenkleinererSpar  Kassen,  bei  denen  das  Beleihungsgeschäft
  ein  total  anderes  Gesicht  bekam,  nachdem  gewisse  Taxatoren, ­
  die  aus  dem  einen  oder  anderen  Grunde,  obschon  sich  längst
ihre  Unzuverlässigkeit  herausgestellt  hatte,  noch  gehalten  wurden,
beseitigt  waren  und  einwandfreiere  Taxatoren  bestellt  wurden.
Allerdings  sind  viele  Taxatoren  der  Ansicht,  daß  nach  ihrem
ganzen  Verkehr  mit  einzelnen  Sparkassen,  diese,  um  mit  den  Hypothekenbanken ­
  konkurrieren  zu  können,  lieber  eine  etwas  höhere
Tare  sehen,  vereinzelt  haben  dem  Verfasser,  der  zu  schriftstellerischen
Zwecken  hier  und  da  Rundfragen  bei  den  Taxatoren  gehalten  hat,
einzelne  sogar  erklärt,  daß  es  schwer  halte,  für  einzelne  Sparkassen  richtige ­
  Taxen,  etwa  in  dem  Sinne  wie  für  die  Hypothekenbanken  anzufertigen, ­
  daß  man  dann  vielmehr  seine  ganzen  Grundsätze  über  den
            
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