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Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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Bibliographic data

fullscreen: Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

Monograph

Identifikator:
1002734533
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-15765
Document type:
Monograph
Author:
Schloesser, Robert http://d-nb.info/gnd/117329711
Title:
Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung
Place of publication:
Mannheim
Publisher:
J. Bensheimer
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (217 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Kapitel. Die Güterverteilung der Konsumgenossenschaften
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Einführung
  • Zweites Kapitel. Die Güterbeschaffung der Konsumgenossenschaften
  • Drittes Kapitel. Die Güterverteilung der Konsumgenossenschaften
  • Viertes Kapitel. Entwicklungstendenzen und Entwicklungsmöglichkeiten

Full text

92 
genossenschaft zu decken verpflichtet sind. Die Bestimmung wird aber 
nur insoweit durchgeführt, als diejenigen Mitglieder, die während einer 
bestimmten Zeit keine Bedarfsgüter im Konsumverein entnehmen, aus 
der Genossenschaft ausgeschlossen werden. Würde das Statut aber 
streng durchgeführt, so würden wir den oben geschilderten Zustand haben. 
Man sagt, daß die Konsumgenossenschaft nur den Bedarf decken 
will, nicht aber den Bedarf wecke n. Ich kann hinzufügen, daß es 
sogar Fälle gibt, wo die Konsumgenossenschaft den Bedarf einzu 
schränken oder wie in einem mir bekannten Falle den Bedarf ihrer 
Abnehmer zu vereinheitlichen sucht, um die Bedarfsgüterver- 
mittluug rationeller zu gestalten. Das trifft z. B. beim Konsumverein 
Ludwigshafen auf die von ihm unter großen Schwierigkeiten durchge 
führte größere Qualitätsvereinheitlichung von Brot zu. Im allge 
meinen aber läßt sich die Behauptung nicht aufrecht erhalten, daß der 
Konsumverein nur auf Bedarfsdeckung ausgehe. Er sucht auch Bedürf 
nisse, die bisher noch latent waren, zu wecken. Er wird dies z. B. 
überall da tun, wo ein Bedürfnis im a l l g e m e i u e n nicht mehr 
latent genannt werden kaun, das aber bei einzelnen noch latent 
ist. Selbst wenn man sich im Konsumverein mit puritanischen Ideen 
plagte, könnte die Konsumgenossenschaft hier, da sie den Kreis der be 
reits vorhandenen Bedürfnisse der einzelnen Konsumenten nicht kennt, 
die Weckung latenter Bedürfnisse umgehen. Wie ist es aber dort, 
wo es sich um die Weckung von Bedürfnissen handelt, die die Mehrheit 
einer Konsumentenschicht nicht kennt oder vielleicht sogar für alle 
Konsumenten eines bestimmten Distrikts, eines Landes, ja vielleicht 
für alle Menschen noch latent sind? Auch da kann unter Umständen 
die Konsumgenossenschaft zum Wecker von Bedürfnissen werden. Als 
Beispiel dafür glaube ich folgenden Fall anführen zu dürfen: 
Der Breslauer Konsumverein errichtete im Jahre 1912 
in seiner Mühle eine Aufschließanlage für Getreide, die erste derartige 
Anlage in Deutschland. Diese Aufschließanlage erzeugt ein Vollkorn- 
mehl von hohem Gehalt an Eiweiß und Mineralsalzen. Das ist mög 
lich durch Zerkleinerung desganze n Getreidekorns (ausschließlich der 
wertlosen Spitzen und Hülsen) unter möglichster Vermeidung der Er 
wärmung des Mahlguts; denn gerade die Randzone des Korns ent 
hält das meiste Eiweiß und die wichtigsten Mineralstoffe. Diese neue 
Brotsorte suchte nun der Verein bei seinen Mitgliedern einzuführen, 
d. h. er suchte ein noch latentes Bedürfnis zu wecken oder vielleicht 
besser gesagt ein noch nicht vorhandenes Bedürfnis hervorzurufen; 
das scheint ihm auch zu gelingen, obwohl er schwer gegen alte Ge 
wohnheiten anzukämpfen hat.
	        

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Die Konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, Ihre Technik Und Wirtschaftliche Bedeutung. J. Bensheimer, 1914.
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