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Wissenschaftlicher Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus und Bolschewismus

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Bibliographic data

fullscreen: Wissenschaftlicher Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus und Bolschewismus

Monograph

Identifikator:
1004944497
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-18162
Document type:
Monograph
Author:
Bovensiepen, Rudolf http://d-nb.info/gnd/116299916
Title:
Wissenschaftlicher Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus und Bolschewismus
Place of publication:
Neumünster
Publisher:
Nordische Verlagsanstalt R. Hieronymus
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (80 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Kapitel. Karl Marx und der Marxismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Wissenschaftlicher Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus und Bolschewismus
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Wesen, Bedeutung und Unterschiede vom wissenschaftlichen Sozialismus, Sozialdemokratie, Kommunismus und Anarchismus
  • Zweites Kapitel. Der utopische Sozialismus
  • Drittes Kapitel. Ferdinand Lassalle und seine Bedeutung für die Arbeiterbewegung
  • Viertes Kapitel. Der wissenschaftliche Anarchismus
  • Fünftes Kapitel. Karl Marx und der Marxismus
  • Sechstes Kapitel. Der Bolschewismus
  • Siebentes Kapitel. Schlußbetrachtung, Rückblick und Ausblick. Die neue Wirtschaft und ihr Geist

Full text

57 
elender werde. An zahlreichen Stellen des „Kapital", des „Kommunistischen 
Manifests" und anderer Werke -von Marx findet sich diese verzweiflungs- 
nolle Ansicht mit aller Schärfe als unumstößliches, ehernes großes Entwicke 
lungsgesetz ausgesprochen. Wir verweisen zunächst auf die bereits oben bei 
der Darlegung der Akkumulationstheorie (S. 53) angeführte berühmte 
Stelle, wonach mit „der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten 
.... wächst die Masse des, Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Ent 
artung, der Ausbeutung." („Kapital", Band I, 24. Kapitel, 7. Unterab 
schnitt, Geschichtliche Tendenz der kapitalistischen Akkumulation.) Auf alle 
alle die bereits wörtlich angeführten Stellen nochmals einzugehen, 
erübrigt sich hier, wir verweisen nur auf sie. In allen Ent 
wickelungsstadien seines Lebens hielt der Meister an dieser düsteren 
Auffassung fest. Bereits im „Kommunistischen Manifeste" (achte Ausgabe, 
1912, S. 37) hatte er ausgeführt: „Der Leibeigene hat sich zum Mitglied der 
Kommune in der Leibeigenschaft herangearbeitet, wie der Kleinbürger zum 
Bourgois unter dem Joch des feudalistischen Absolutismus. Der moderne 
Arbeiter dagegen, statt sich mit den Fortschritten der Industrie zu heben, 
sinkt immer tiefer unter die Bedingungen feiner eigenen Klasse herab. Der 
Arbeiter wird zum Pauper, und der Pauperismus entwickelt sich nock> schnel 
ler als Bevölkerung und Reichtum . . . Die Bourgoisie ist unfähig, länger 
zu herrschen, weil sie unfähig ist, ihrem Sklaven die Existenz selbst inner 
halb seiner Sklaverei zu sichern." Und auch noch am Ende seines Lebens 
hielt er an der Lehre mit voller Ueberzeugung fest und prägt sie in die 
lapidaren Worte aus: „Das Proletariat ist das seines Elends bewußte 
Elend, die ihrer Entmenschung bewußte und darum sich selbst aufhebende 
Entmenschung". (Nachlaß, Band I, S. 397, Band II, S. 132 flg. u. 185.) 
Auch zur Verelendungstheorie bekennt sich das Erfurter Partei-Pro 
gramm rückhaltlos und restlos: „Die ökonomische Entwickelung der bürger 
lichen Gesellschaft trennt den Arbeiter von seinen Produktionsmitteln und 
verwandelt ihn in einen besitzlosen Proletarier . . . Alle Vorteile der Um 
wandelung der kleinen Betriebe in Großbetriebe werden von den Kapi 
talisten und Großgrundbesitzern monopolisiert; für das Proletariat und dis 
versinkenden Mittelschichten — Kleinbürger, Bauern — bedeutet, sie wach 
sende Zunahme der Unsicherheit ihrer Existenz, des Elends, des Drucks, der 
Knechtung, der Erniedrigung, der Ausbeutung." 
Ein Anhänger des üasfalleschen ehernen Lohngesetzes war Marx nicht, 
im Gegenteil hat er seine wissenschaftliche Unzulänglichkeit stets auf das 
Schärfste bekämpft, Im „Kapital" gibt er ausdrücklich zu, daß die Arbeits 
löhne über das Existergministerium steigen können, nur sind sie niemals in 
der Lage, die Grundlage des kapitalistischen' Systems irgendwie anzutasten. 
An die Stelle des ehernen Lohngesetzes setzt Marx die „Lehre von der in 
dustriellen Reservearmee". „Im großen und ganzen sind die allgemeinen 
Bewegungen des Arbeitslohnes ausschließlich reguliert durch die Expansion 
und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel 
des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die 
Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das 
wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Re 
servearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Um-
	        

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Ernährungswirtschaftliche Gegenwartsprobleme in Österreich. Manzsche Verlags- und Universitätsbuchhandlung, 1919.
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