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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
[I.]
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

6 
3. Das Eigenkapital der Banken. 
reich in den Jahren 1870 und 1871. Line Ausnahme mögen lang 
dauernde Kriege, verbunden mit feindlicher Invasion, bedeuten: in 
den Napoleonkriegen hat die Bank von England jährlich mit Gewinn, 
die damals allerdings sehr schwache preußische Bank dagegen mit er 
heblichen Verlusten abgeschlossen. 
Oie Sicherheit des Geschäftsbetriebs, wird durch die Art der An 
lagen besser gewährleistet als durch Besitz von-Eigenkapital,- immobile 
Anlagen werden von den größeren Notenbanken mit Ausnahme der 
russischen Staatsbank nicht vorgenommen. Nur für eine Investition, 
die in neuerer Zeit infolge der starken Filialbildung bei den kontinen 
talen Notenbanken immer stärkere Ausdehnung gewinnt, ist Ligen 
kapital erforderlich: für die Bankgebäude. Bei der Reichsbank und 
der Bank von Frankreich beträgt dieses Konto über ein viertel des 
Aktienkapitals. 
Für den Geschäftsbetrieb selbst ist Eigenkapital nicht erforderlich: die 
Bank von England zum Beispiel hat ihr Aktienkapital dem englischen 
Staat geliehen und hierfür unverkäuflichen Schuldstock erbalten; Noten 
und Depositen genügen zur Beschaffung der Betriebsmittel vollständig. 
Es mochte in den ersten Zeiten der Notenbanken ratsam erscheinen, 
des Vertrauensmoments wegen mit großem Kapital zu beginnen: 
heute aber, wo die Institute tief eingewurzelt sind, wird die Note der 
Bank von Frankreich, der Reich-bank, der Gesterreichisch-Ungarischen 
Bank in blindem vertrauen genommen, ohne daß die Mehrzahl der 
Inhaber auch nur die höhe des Kapitals der Notenbank kennen. Da 
nun die Aufgaben des Eigenkapitals bis auf wenige Reste entfallen 
sind und dieses in seiner bei den großen Zentralbanken sehr beträcht 
lichen höhe eine genügende Gewähr selbst gegen den Eintritt kata 
strophaler Verluste bietet, haben die Zentralnotenbanken, von ein 
zelnen Fusionsfällen abgesehen, ihr Kapital nur ausnahmsweise erhöht. 
Oie Bank von Frankreich hat heute das gleiche Kapital wie 1857: die 
Bank von England hat ihr Kapital seit 1816 nicht mehr verändert 
und unterläßt auch Reserverückstellungen. Das Aktienkapital der Bank 
von England, das 1722 mit 9 Millionen Pfund eine für jene Lage 
ungeheure Summe dargestellt hatte und noch 1816 mit 14.553 Millio 
nen Pfund ungewöhnlich groß erschienen war, ist heute geringer als 
das allerdings zum Teil nicht eingezahlte Kapital mehrerer großer 
englischer Depositenbanken. In Deutschland verfügen die Deutsche 
Bank, viskontogesellschaft und Dresdener Bank, in Frankreich der 
Credit Lyonnais, die Soci6t6 generale und das Comptoir d’Eacompte 
über ein größeres Ligenkapital als die Notenbank.
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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