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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Der Geldmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

170 
II. Der Geldmarkt. 
sie arbeitet heute mehr mit Eigenkapital und Einlagen aus der Um 
gebung, relativ weniger mit Bankkredit. Auch der Handel wird sich 
durch billiges Geld nur dann zur Anhäufung stärkerer Lager veranlaßt 
sehen, wenn er Preissteigerungen in naher Zeit für wahrscheinlich hält. 
Oie optimistische Zukunftsbetrachtung pflegt sich aber erfahrungsgemäß 
nicht in der Zeit der niedrigsten Rate, sondern erst einige Zeit später 
einzustellen. Unmittelbar aber wirkt der niedrige Latz auf die Londoner 
Börse, zuerst auf die Rentenwerte, die bisher noch immer in solchen 
Tagen sich im Kurs gehoben Habens wenn auf eine Aktiengruppe das 
Interesse besonders stark hingelenkt werden kann, sind alle Vorbedingun 
gen für die Entstehung eines boom gegeben, nicht etwa wegen der 
besonderen Lpekulationslust der Engländer — der Kontinent spekuliert 
in London nicht weniger als die Engländer selbst — sondern wegen der 
für alle Arten von Effekten, auch spekulativster Art, disponiblen großen 
Kredite. Auf dem Kontinent sind stark spekulative lverte vom offi 
ziellen Börsenhandel ausgeschlossen und der Zins für Vorschüsse auf 
solche Effekten sinkt, von Paris zeitweise abgesehen, auf allzutiefes 
Niveau nicht herab. In London dagegen sind in Oepressionszeiten 
billigste Raten für Minen- oder Oilshares erhältlich, zumal die englische 
Bankpraxis die beiden Teile des Geldmarkts, den lvechsel- und den 
Effektenmarkt, als gleichartig behandelt, während der Kontinent für 
den Effektenlombard höhere Konditionen verlangt. Vas kleine No 
minale der Aktien und die starke lverbetätigkeit der outsiäe Brokers 
erhöht die Anziehungskraft der Londoner Börse und verleiht ihr ge 
nügende Elastizität zur Aufnahme neuer Kapitalien, die in der andern 
Sphäre des Geldmarkts augenblicklich nicht Verwendung finden. 
Bagehot sah zu Beginn der siebziger Jahre einen Hauptgrund 
der Weltstellung der dity in der Ueberlegenheit der ihr zur Verfügung 
stehenden Mittel. Oer Vorsprung hat sich seither vermindert: nur die 
Dezentralisation des Bankwesens in Amerika verhütete das vorrücken 
New Ports auf den ersten Platz. Berlin und Paris haben infolge 
des Aufbaues der Depositenbanken die ihnen zur Verfügung stehenden 
Mittel relativ weit stärker gesteigert als London,- dennoch steht die dity 
noch immer an erster Stelle. Die Depositen der englischen, schot 
tischen und irischen Banken betrugen zu Ende 1912 1084 Millionen 
Pfund. Bringt man hievon rund 150 Millionen Pfund für Kasse, 
schätzungsweise 100 Millionen für bewilligte, aber noch nicht verwendete 
Kredite und ca. 80 Millionen für Doppelzählungen (Guthaben einer 
Bank bei einer andern) in Abzug, so bleiben rund 750 Millionen Pfund 
■für: den Geldmarkt im weiteren Sinn, wozu noch die Guthaben der
	        

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Mittheilungen Aus Der Geschäfts- Und Sterblichkeits-Statistik Der Lebensversicherungsbank Für Deutschland Zu Gotha Für Die Fünfzig Jahre von 1829 - 1878. Böhlau, 1880.
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