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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Der Geldmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

42 
II. Oer Geldmarkt. 
neu Marktes" mit Rücksicht auf die Güte des Akzeptanten der Fall ist. 
Als Geldgeber auf dem offenen Markt erscheinen ferner jene Nlirt- 
schaftsorganifationen, die größere Rapitalien ohne Intervention einer 
Bank direkt zu verleihen wünschen, aber nicht in ein spezialisiertes Rre- 
ditgeschäft eintreten wollen: hieher gehören in manchen Staaten die 
Versicherungsgesellschaften, mitunter größere Städte mit zeitweise ver 
fügbaren Mitteln, auf manchen Geldmärkten der heimische Staat oder 
auswärtige Staaten, ver Staat gibt seine Einnahmen bis zum Zeit 
punkt der Verwendung entweder an die Notenbank als Guthaben 
— England, Frankreich, Belgien, in Deutschland das Reich — oder 
an eine gesonderte Staatsbank: preußische Seehandlung, Cesterreichische 
Postsparkasse, in gewissem Sinn auch das amerikanische Treasurg- die 
Seehandlung und teilweise die Postsparkasse verwenden die Staats 
gelder zum Ankauf von Bankakzepten. Zn neuerer Zeit haben meh 
rere Staaten für den Zinsendienst von Anleihen, die sie im Ausland auf 
genommen hatten, größere Rapitalbeträge im Gläubigerland zurück 
gelassen,- so unterhielt Rußland in Paris und Berlin, Japan und meh 
rere englische Kolonien in London ansehnliche Beträge. Italien hatte 
bis zum Tripoliskrieg ansehnliche Summen im Ausland als Guthaben, 
teils aus lvährungsgründen, teils um einen Reservefonds an aus 
wärtigen Zahlungsmitteln im Notfall zu haben. Diese Gelder wur 
den regulär auf dem offenen Markt verwendet,- die Seehandlung 
und die Postsparkasse sind zentral verwaltete Institute; ihre Organi 
sation ist nicht einem regelmäßigen Rreditoerkehr mit kleinen Diskon 
teuren angepaßt: es kommt ihnen nicht darauf an, den denkbar höchsten 
Zins herauszuwirtschaften, sondern nur die Einnahmen des Staates 
für eine bestimmte kurze Zeit sicher anzulegen. Die Seehandlung weiß, 
welche Summe der preußische Staat für Zahlungen am 1. Januar be 
nötigen wird, und sie mutz die ihr in den vorausgehenden Monaten 
zufließenden Einnahmen des Staates so anlegen, daß die vom Staat 
am L Januar gebrauchten Beträge ihr in der letzten vezemberwoche 
mit absoluter Sicherheit zur Verfügung stehen. Während bei Einlagen 
privater Deponenten die Abhebungen durch Neueinlegungen abgelöst 
werden, so daß die Kreditbanken regulär % ihrer Vepositensmmne 
als feststehend ansehen können, erneuern sich die Guthaben des Staats 
entweder überhaupt nicht oder doch nicht sofort. Der russische Staat 
unterhält Guthaben zur Zahlung der Schuldzinsen, und wenn durch 
Entrichtung einer Rate das Guthaben gekürzt ist, so kann die Auf 
füllung desselben entweder erst später (bei Abschluß einer neuen Aus 
ländsanleihe) oder gar nicht erfolgen, das letztere in dem Fall, wenn
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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