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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Der Geldmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

16. Die Stellung der Kreditbanken auf dem Geldmarkt. 51 
der Erhöhung der Lankrate wächst, so daß sich mit Steigen des Zinses 
der Nutzen für die Lank nur soweit vergrößert als eine Maximalver- 
gütung für die Einlagen bedungen ist,- dagegen kann hoher Zins das 
Nonsortialgeschäft der Banken unterbinden, und aus diesem Grund 
sind die deutschen und österreichischen Kreditbanken an einem hochhalten 
des Diskonts nicht ausschließlich interessiert. Während die englischen 
Lanken ihren höchsten Gewinn beim höchsten Zinsfuß erreichen, sind 
für die deutschen Banken zwar die Jahre ansteigenden, aber nicht 
jene des höchsten Zinses Rekordjahre gewesen, vornehmlich wegen des 
Stockens des Ronsortial- und des Lffektenkommissionsgeschäfts. Nus 
diesem Grund haben die Banken des Rontinents und großenteils auch 
jene der Union bei reger Emissionstätigkeit zeitweise ein Interesse an 
niedrigem Zins auf dem Geldmarkt, das sie für kurze Zwischenräume auch 
zur Gewährung namentlich von Effektenkrediten unter der Produktions 
kostengrenze veranlassen kann. 
Oer zweite entscheidende Gesichtspunkt für die Dispositionen der 
Banken auf dem Geldmarkt ist die Rücksicht auf die Liquidität; wie 
wir im vorhergehenden Paragraph ausgeführt haben, können Ab- 
hebungen bei einer Bank entweder zur Gutschrift bei einer andern 
Bank oder zur Erlangung inländischen Währungsgeldes oder auslän 
discher Zahlungsmittel erfolgen. 
Oie Abhebung zur Gutschrift bei einer andern Bank (sei es durch 
Verrechnungsscheck oder direkte Ueberweisung) ist für die Banken 
die meist erwünschte Form der Abhebung, da die Regelung im Ver 
rechnungsweg geschehen kann. Zahlreiche Runden der Deutschen Bank 
werden täglich den Auftrag geben, an ihren Gläubiger, der bei der 
Dresdner Bank ein Ronto hat, Ueberweisung zu leisten und zahl 
reiche Runden der Dresdner Lank werden solche Ueberweisungen zu 
Gunsten von Rontobesitzern bei der Deutschen Bank anordnen. Ein 
großer Teil von Ueberweisungen gleicht sich aus und nur der Saldo, 
um welchen die Summe der Ueberweisungen an eine Bank größer 
ist als jene an die andere ist zu bezahlen. Je stärker der Ueberweisungs- 
verkehr in einer Volkswirtschaft entwickelt ist, desto mehr Zahlungen 
können im Abrechnungsverkehr geleistet werden, und die Rreditbanken 
haben das größte Interesse eine Zahlungsform zu begünstigen, die 
ihre Zahlungspflicht nur auf die Saldi beschränkt. 
Oer bankmäßige Zahlungsverkehr hat in Hamburg, Amsterdam 
und vornehmlich in England eine mehr als hundertjährige Vergangen 
heit, in den vereinigten Staaten wurde er seit Mitte des 19. Jahr 
hunderts, auf dem Rontinent in der letzten Generation stärker entwickelt.
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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