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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Der Geldmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

64 
II. Der Geldmarkt. 
noch bedeutsamer aber wurde ihre' beispielgebende Stellung dadurch, 
datz sie die Notenbank des Reiches war, das bis um die Mitte des 19. Jahr 
hunderts allein die freie Goldwährung hatte. Bei ihr traten all die 
Schwierigkeiten der Aufrechthaltung der Liquidität in einer Zeit auf, 
in der sich die andern Notenbanken noch kaum entwickelt hatten. 
Oer erste Liquiditätsgrundsatz, der sich bei der Bank von England 
im 18. Jahrhundert feststellen läßt, bestand darin ein Drittel aller 
Verpflichtungen in Gold zu halten. Von dieser Regel wich aber die 
Bank wiederholt ab. Zur Zeit des Abfalls der vereinigten Staaten 
fiel, nach dem erst ein halbes Jahrhundert später veröffentlichten Status 
vom 30. August 1783, die Deckung der Noten allein auf 9%. Das 
Publikum nahm die Noten ruhig an, aber die Lankleitung bekam Angst 
und nahm ein von Losanquet vertretenes Prinzip an, bei Goldabflutz, 
gleichviel aus welchen Gründen er erfolgte, die Notenausgabe einzu 
schränken. Die Anwendung dieses Prinzips in den ersten Jahren des 
Kriegs mit Frankreich, vornehmlich 1792/93, hatte verhängnisvolle 
Konsequenzen. Als infolge der politischen Beunruhigung starke Gold 
thesaurierungen erfolgten, verminderte die Bank von England, ihrem 
Prinzip entsprechend, gerade in einem Zeitpunkt die Notenemission, 
in welchem der verkehr die Note am stärksten benötigte und führte 
dadurch eine Geldkrise herbei; als von den 400 Provinzbanken, die 
damals bestanden, über 100 zugrunde gegangen waren, beschloß die 
Regierung durch Ausgabe von Schatzwechseln in Appoints zwischen 
100 und 20 £ dem Markt zu Hilfe zu kommen und tat dies mit starkem 
Erfolg. Auch vier Jahre später, 1797, als bei Verschärfung des politi 
schen Konflikts mit Frankreich eine starke Panik eintrat, verhielt sich 
die Bank sehr zurückhaltend. Sie konnte aber infolge des starken Gold- 
abflusses es doch nicht verhüten, datz die Notendeckung im Februar 1797 
auf 11% sank, und die Einführung des Zwangskurses sowie die Er 
laubnis zur Emission von ein und zwei Pfund-Noten erwiesen sich 
als unvermeidlich. 
Während der Zeit des Zwangskurses verfiel die Direktion der 
Notenbank in das entgegengesetzte Extrem: Befreit von der Liauiditäts- 
pflicht glaubte sie ihre Notenemission in genügenden Grenzen zu hal 
ten, wenn sie sie nur auf Grund der Diskontierung guter Wechsel vor 
nahm, da der Wechsel ein schon vollzogenes Geschäft bekunde und die 
Bank es nur eskomptiere. Oer Betrag der im Jahresdurchschnitt dis 
kontierten Wechsel stieg zwischen 1795 und 1810 von 3 auf 20 Millionen £. 
Nls sich ein immer stärkeres Agio einstellte, wurde ein parlamentari 
sches Eomit6 mit der Untersuchung betraut, das Bullionovinmittee,
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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