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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Der Geldmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

19. Begrenzung der Notenemission der Notenbank. 
65 
das in seinem Report von 1810 in einer durch Sachkenntnis und Prä 
zision unerreichten weise die Situation zusammenfaßte. Schon im 
verhör hatte Baring die Ansicht scharf zurückgewiesen, daß die Rank 
ihre Notenemission nach dem Bedarf richten solle, da der Bedarf der 
Spekulation nur durch Beschränkung der Mittel begrenzt werden könne. 
Oer Report widerlegte die Ansicht der Direktion der Bank von Eng 
land, daß durch Wechseldiskontierung eine genügende Grenze der No 
tenemission gegeben sei,- nach dieser Anschauung müßte dieselbe Sicher 
heit bestehen, wenn die Diskontrate von 5 auf 3% herabgesetzt würde; 
solange die Rate des kaufmännischen Gewinns bedeutend höher sei 
als der Diskont, gebe es keine Grenze für die Nachfrage, welche Nauf- 
leute an die Bank stellen könnten. Die Erfahrungen von 1793 und 1797 
hätten gezeigt, daß ein sehr wichtiger Unterschied zwischen dem Be 
darf nach Gold für die innere Zirkulation, die oft sehr groß und plötz 
lich ist und durch zeitweises Sinken des Vertrauens hervorgerufen ist, und 
der Entziehung des Goldes zu machen ist, welches auf ungünstigen 
Wechselkurs zurückgeht. Der erstere soll durch vernünftige Vermehrung der 
Noten beruhigt werden, der letztere aber sollte, solange die Bank nicht 
bar zahlt, die Frage auswerfen, ob die Emission nicht zu hoch ist. 
Ich lasse hier die chuantitätstheorie, mit der diese Anschauungen 
begründet wurden, aus der Erörterung fort. Zwei wichtige Forderun 
gen hat das Bullioueommittee für die Bankpolitik aufgestellt: Die Not 
wendigkeit einer Unterscheidung zwischen Goldabfluß in den innern 
Verkehr und Goldabfluß nach außen — und die Berücksichtigung des 
Standes der Wechselkurse bei Festsetzung des Diskonts. 
Der Bericht des Lulliouvommlttss wird wie Nlopstock gelobt und 
nicht gelesen, von einigen chuantitätstheoretikern der Geldlehre ab 
gesehen. Für die Bankdoktrin und Bankpraxis ist er ein erratischer 
Block geblieben^ und doch bestand nicht in der Begründung, sondern 
im Ergebnis seine große Bedeutung. Vorerst nahm sich die Lank von 
England die Folgerungen des Ausschusses nicht zu herzen; es gelang 
ihr, ohne Diskontänderung ihren Mstallbestand so zu kräftigen, daß 
einige Iahre nach Friedensschluß der Zwangskurs und die Ausgabe 
kleiner Noten ungeachtet des scharfen Einspruchs Ricardos beseitigt 
werden konnte, von 1773 bis 1822 war ihr Diskont unverändert auf 
5% geblieben, ungeachtet des Abfalls der vereinigten Staaten, der 
französischen Revolution, des fast ununterbrochenen Nriegs mit Na 
poleon und des zweiten Nriegs mit der Union; heute dünkt uns dies 
ein Märchen. 
1822 setzte die Lank den Diskont auf 4 A herab; sie erhöhte ihn 
5 o m o r 's, Bankpolitik. 5
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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