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Bankpolitik

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Bibliographic data

fullscreen: Bankpolitik

Monograph

Identifikator:
1006296646
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-19592
Document type:
Monograph
Author:
Somary, Felix http://d-nb.info/gnd/119189518
Title:
Bankpolitik
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (XI, 289 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Der Geldmarkt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Bankpolitik
  • Title page
  • Contents
  • [I.]
  • II. Der Geldmarkt
  • III. Der Kapitalmarkt
  • [IV.]
  • Index

Full text

68 
II. Der Geldmarkt. 
angenommen wurde, daß 2 / 3 davon jederzeit im Verkehr bleiben wür 
den, setzte das Gesetz den Umlauf ungedeckter Noten auf 14 Mllio- 
neu £ fest, während die übrigen 7 Millionen £ und jede künftige Er 
weiterung des Geldbedarfs metallisch voll gedeckt sein mutzten. Den 
andern Notenbanken wurde ein kleiner Betrag ungedeckter Noten ge 
stattet, der bei Fusionierung mit der Bank von England deren Kon- 
tingent an ungedeckten Noten erhöhen sollte,- die Bedingungen für 
die Provinzbanken waren hart abgefaßt, um der Absicht des Gesetz 
gebers die Notenausgabe zu zentralisieren zu entsprechen. — 
Für die Entwicklung des Kontinente hatte die peelsche Bankakte 
zwei bedeutsame Konsequenzen: Die Notwendigkeit der zentralen 
Notenbank war von dem Führer der liberalen Partei Englands gerade 
in dem Zeitpunkt des vurchdringens des liberalen Programms an 
erkannt worden; die freie Konkurrenz, die noch ein Jahrzehnt vorher 
auch im Bankwesen als das erstrebenswerte Ziel gegolten hatte, wurde 
auf dem Gebiet der Notenbanken beseitigt. Ferner hat die Forde 
rung, datz die Notendeckung nicht dem Ermessen der Bankleitung, 
sondern jenem des Gesetzgebers zu überlassen sei, sich allgemein durch 
gerungen. 
Aber die Art, wie die peelsche Bankakte den Grundsatz durch 
führte und wie er in den meisten Staaten des Kontinents zur An 
wendung kam, bedeutete einen schweren Rückschritt gegen die Summe 
von Erkenntnis, welche im Balliern Report und bei Nteardo ihren Aus 
druck gefunden hatten. Oer wichtige Unterschied zwischen Goldabflutz 
in den nationalen Verkehr und Goldabflutz ins Ausland war verwischt 
worden — die Lank von England mutzte sich in beiden Fällen gleich 
mäßig verhalten — und es war die Forderung Ricardos nach einer 
Währung, die bei unveränderlichem Standard die äußerste ® es ernenne in 
der Nketallverwendung hat, in ihr Gegenteil verkehrt worden: Durch 
dis Begrenzung der Ausgabe ungedeckter Noten war die Notwendigkeit 
gegeben, jeöe Erhöhung des Währungsbedarfs des Landes durch Gold 
zu decken,- an Stelle der Forderung nach dem ökonomischesten hatte 
sich jene nach dem teuersten Zirkulationsmittel durchgesetzt. Oer Ueber- 
gang dieser beiden Tatsachen in die Gesetzgebung und Praxis der wich 
tigsten kontinentalen Notenbanken hat sich nach den Erfahrungen der 
letzten Jahrzehnte als schwerer Nachteil erwiesen. 
Oie übliche Kritik der peelschen Bankakte erschöpft sich schon seit 
70 Jahren in zwei gleichförmig wiederholten Argumenten: Sie hätte 
nur die Noten-, nicht die Oepositendeckung vorgesehen und binde die 
Bank an zu starre Grenzen. Beide Einwände sind völlig zutreffend,
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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