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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

84 
Erstes Buch. Die Begründer. 
Arbeitsteilung und den Güteraustausch gegründete Gesellschaft setzt 
natürlich voraus, daß nichts umsonst gegeben wird, und daß niemand 
mit Verlust arbeitet, denn sonst würden die Einen die Opfer der 
Anderen sein * 1 ). Wenn aber jeder auf gut Glück produziert, wie kann 
man dann vermeiden, daß in jedem Augenblick die Produktion ent 
weder größer oder kleiner als die effektive Nachfrage sei? 
Um dies zu verstehen, muß man sich dieTPreistheorie A. Smixh’s^ 
ins Gedächtnis rufen. 
Im vorhergehenden Kapitel haben wir gesehen, daß schon 1776 
Condillac eine Theorie des Wertes aufgestellt hatte, die der der 
Physiokraten bedeutend überlegen war. Im selben Jahre (1776) er 
schien aber gerade das Werk Smith’s. Er hat wahrscheinlich 
niemals Kenntnis von den Ideen Condillac’s gehabt und konnte sie 
daher nicht diskutieren. Auf der anderen Seite aber stellte der 
durchschlagende Erfolg des „Wealth of Nations“ das Werk des 
französischen Philosophen für lange Zeit in den Schatten. Während 
langer Zeit sollte daher die Theorie A. Smith’s triumphieren. Ob 
gleich sie der Condillac’s gegenüber minderwertig ist, hat sie in der 
Folgezeit den Untersuchungen der Nationalökonomen, besonders denen 
der englischen Ökonomisten, deren Einfluß während der ersten Hälfte 
des 19. Jahrhunderts vorherrschend war, zugrunde gelegen. Erst 
nach der Veröffentlichung der Werke von Walbas, Jevons und 
Menger ist sie verworfen worden; sie besitzt daher ein wirkliches 
geschichtliches Interesse, das um so größer ist, weil sie das eigen 
tümliche Schicksal hatte, zur gleichen Zeit den Lehren der Sozialisten 
und denen der liberalen Nationalökonomen als Stützpunkt zu dienen. 
Es ist das Los von Schriftstellern wie A. Smith, die sich mehr durch 
Reichtum als durch logische Zusammenfassung der Ideen auszeichnen, 
in dieser Weise die Meinungen in verschiedene und sogar entgegen 
Nachfrager oder Kauflustige und ihre Nachfrage die wirksame Nachfrage nennen . . . 
Sie ist verschieden von der allgemeinen (absoluten) Nachfrage. Von einem ganz 
armen Manne läßt sich in diesem Sinne sagen, er habe ein Verlangen nach einem 
Sechsspänner: er möchte ihn gern haben; aber sein Begehren ist keine wirksame 
Nachfrage, weil die Ware niemals zur Befriedigung desselben zu Markte gebracht 
werden kann.“ 
l ) Smith nimmt in diesem Falle an, daß entweder der Verbraucher, oder der 
Produzent bedrückt wird. Wenn irgendwo der Gewinn den normalen Zinsfuß 
übersteigt, so ist das, sagt er: „ein Zeichen, daß etwas entweder wohlfeiler gekauft 
oder teurer verkauft wird, als es gekauft oder verkauft werden sollte, und daß die 
eine oder die andere Klasse von Bürgern mehr oder weniger gedrückt wird, indem 
sie entweder mehr bezahlt oder weniger gewinnt, als sich mit der Gleichheit, die 
unter allen Klassen stattfinden sollte, verträgt“ (II, S. 124, B. IV, Kap. VII, Teil 3). 
So erscheint A. Smith die Gleichheit des Preises mit den Produktionskosten nicht 
nur als eine Tatsache, sondern auch in Übereinstimmung mit der Gerechtigkeit. Man 
kann sagen, daß in seinen Augen diese Gleichheit den „gerechten Preis“ darstellt.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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