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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel III. Die Pessimisten. 
147 
wir nach dem alle 10 Jahre veröffentlichten Zensus folgenden Durch 
schnitt des Vermögens auf den Kopf der Bevölkerung: 
1850 
308 Dollar 
1890 
1036 Dollar 
1860 
514 , „ 
1900 
1227 „ 
1870 
780 „ 
1910 
1370 „ 
1880 
870 ., 
Wie man sieht, hat in einem halben Jahrhundert der Anteil am 
Reichtum sich für jeden Einwohner der Vereinigten Staaten mehr 
als vervierfacht, obwohl sich die Bevölkerung im gleichen Zeiträume 
ebenfalls vervierfacht hat (von 23 auf 92 Millionen) 1 ). 
Zur Zeit Malthus’ zählte Großbritannien (England und Schott 
land) 10,5 Millionen Einwohner (1800—1805); heute ist die Bevölke 
rung aut 40 Millionen angewachsen. Wenn er eine derartige Zahl 
hätte voraussehen können, würde er entsetzt gewesen sein. Und doch 
haben aller Wahrscheinlichkeit nach der Reichtum und der Wohl 
stand Großbritanniens sich ebenfalls vervierfacht. 
Soll dies nun bedeuten, wie man stets beständig wiederholt, daß 
die malthusischen Gesetze von den Tatsachen widerlegt seien? — 
Seine Gesetze auf keinen Fall; sie bleiben bestehen. Aber die Voraus 
sagungen, die er an sie knüpfte. Meiner Ansicht nach unterliegt es 
keinem Zweifel, daß die Vermehrung aller Lebewesen, einschließlich 
der Menschen, das Streben hat (in Wirklichkeit ist dies eine Tauto 
logie), sich durch Multiplikation zu vollziehen, und daß sie, sich 
selbst ohne Hindernis überlassen, alle Grenzen übersteigen würde, — 
und ebenso, daß im Gegenteil das Wachstum der Industrieerzeugnisse 
notwendigerweise durch die zahlreichen, von jeder Industrie zu über 
windenden Bedingungen (Lage, Rohstoffe, Kapital, Arbeitskräfte usw.) 
beschränkt sei. Wenn trotzdem das Wachstum der Bevölkerung das 
Wachstum an Gütern nicht überholt hat, und, wie sich aus den 
obigen Ziffern ergibt, sogar hinter ihm zurückgeblieben ist, so beruht 
dies darauf, daß es durch den menschlichen Willen eingeschränkt 
worden ist. Dies vollzieht sich nicht nur in Frankreich, wo die 
präventive Hemmung in Blüte steht, sondern mehr oder weniger in 
allen Ländern, in denen die -wirkliche Fruchtbarkeit stark hinter der 
möglichen Fruchtbarkeit zurückbleibt. Die freiwillige Beschränkung, 
die Malthus solche Sorge verursachte, hat sich auf ganz natürliche 
Weise verbreitet. 
Die Befürchtungen Malthus’ beruhen auf einer gewissen bio- 
*) Man muß in Betracht ziehen, daß diese Zahlen nur Werte verstellen, die 
in Geld ausgedrückt und zum laufenden Zinsfuß kapitalisiert sind, was eine Häufung 
von Fiktionen vorstellt. Es wird nicht gesagt, daß der Durchschnittsverbraueh eines 
Amerikaners in natura, besonders wenn es sich um Lebensmittel handelt, heute 
größer als früher sei. 
10
	        

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Untersuchungen Über Die Theorie Des Preises. Duncker & Humblot, 1889.
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