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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

180 
Erstes Buch. Die Begründer. 
• Das ist das Lohngesetz, das zu einem Axiom erhoben werden 
sollte, ein Axiom, das es ermöglichte, allen Vorschlägen für eine 
Besserung der Lage der Arbeiterklasse die folgende Behauptung ent 
gegenzustellen, die man allen sozialistischen Systemen oder sozialen 
Reformgesetzen entgegenhielt: „Der Arbeiter hat nur ein Mittel, 
seine Lage zu verbessern, und das ist, wenig Kinder zu haben; sein 
Schicksal liegt daher in seinen Händen 1 ).“ Späterhin bemächtigte 
sich der Sozialismus mit Lassalle dieses Gesetzes, um es gegen die 
wirtschaftliche Ordnung zu kehren, und versicherte, daß es keines 
wegs in der Natur, sondern nur in der kapitalistischen Weltordnung 
begründet sei, und gerade das spreche ihr das Todesurteil. 
• Bemerkenswert ist, daß in der Theorie Eicaedo’s zwischen dem 
Großgrundbesitzer und dem Lohnempfänger kein bestimmter Anta 
gonismus besteht. Dem Lohnempfänger kann es gleichgültig sein, ob 
die Bodenrente steigt oder fällt, denn sein Geldlohn steigt und fällt 
im gleichen Verhältnis, und sein Reallohn bleibt derselbe. Umgekehrt 
ist es dem Grundbesitzer gleichgültig, ob der Lohn steigt oder fällt. 
Er erhält weder mehr noch weniger. Seine Rente wird von der 
jenigen Arbeitsmenge bestimmt, die auf dem schlechtesten Boden nötig 
ist, aber diese Arbeitsmenge hat mit dem Lohn nichts zu tun. Beide 
sind heterogene Größen, Größen verschiedener Ordnung 2 ).'' 
• Zwischen Lohnempfänger und Kapitalist jedoch erhebt sich der 
Kampf. Sobald der Getreidewert durch die Produktionskosten auf 
dem ungünstigsten Boden bestimmt ist, reißt der Grundbesitzer alles 
1) „Jeder Vorschlag, der nicht auf eine Verminderung der Zahl der Arbeiter hin- 
ausläuft, ist nutzlos, um keinen schärferen Ausdruck zu gebrauchen. Jede gesetzliche 
Einmischung ist verderblich.“ Diese Worte Placb’s, der 1822 ein Buch über die 
Bevölkerung verfallt hat, werden von Ghaham Wallach (Life of Francis Place) 
zitiert. 
2 ) Es ist das eine grundlegende Unterscheidung in der Lehre Ejcahdo’s, auf 
deren Bedeutung er öfters hinweist. Die größere oder geringere Arbeitsmenge, die 
auf die Getreideproduktion verwendet wird, steht in keinem notwendigen Zusammen 
hang mit dem Lohn des Arbeiters. Das eine ist eine Produktionsfrage, das andere 
eine Verteilungsfrage. Das eine ist das Hindernis, das andere die Belohnung. 
Jedoch, kann man einwenden, bestimmt in der Theorie Eicahdo’s nicht die Arbeits 
menge den Wert des Produktes, und wird nicht dieser Wert später zwischen dem 
Kapitalisten und dem Arbeiter geteilt? Je größer die Arbeitsmenge ist, um so 
größer wird doch dann auch der Anteil des Arbeiters sein? — Für die Arbeit 
trifft das zu, aber nicht für den Arbeitenden, denn man darf nicht vergessen, 
• daß, wenn das Getreide von 10 auf 20 steigt, das gerade daher kommt, weil auf 
den geringsten Feldern die doppelte Anzahl Arbeiter zur Erzeugung der gleichen 
Menge Getreide nötig ist. Es würde übrigens recht eigentümlich sein, wenn der 
Arbeiter um so mehr erhielte, je undankbarer die Arbeit ist! Alles, was man hoffen 
darf, ist, daß der Lohn genügend steigen wird, um dem Arbeiter zu gestatten, unter 
den neuen Bedingungen zu leben, d. h. dieselbe Menge Brot zu essen, trotzdem der 
Preis des Getreides gestiegen ist.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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