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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel III. Die Pessimisten. 
183 
sinkenden Gewinnes zuerst von einem großen Vertreter des Kapita 
lismus entdeckt worden ist. Wenn ihn etwas beruhigte, so war es 
die Betrachtung der gegenwirkenden Kräfte, die das Sinken des 
Profits zur gleichen Zeit wie das Steigen der Rente in Schranken 
halten konnten: die wirksamste dieser Kräfte erblickte er in der 
Freiheit des Außenhandels (siehe den folg. § 3). 
Im großen und ganzen treten jetzt die allgemeinen Grundzüge 
der Einkommensverteilung mit eindrucksvoller Einfachheit hervor, 
viel klarer, als in dem berühmten „Tableau Economique“ QuesnaVs 
und der Wirklichkeit viel näher, — wenigstens für die Zustände, 
wie sie zur Zeit Ricaedo’s in England bestanden, denn heute fügen 
sie sich nicht mehr den Tatsachen ein. Man könnte sie in einem 
Diagramm dreier Linien veranschaulichen. 
Die obere steigende Linie würde den Anteil des Bodens, die 
Bodenrente, darstellen. Die Rente des Grundbesitzes wächst in zwei 
facher Weise: in natura und in Geld, denn im Maßstab, wie die Be 
völkerung oder die Bedürfnisse steigen, erhält er eine immer größere 
Menge Getreide, das immer teuerer wird. Jedoch kann dieses Wachs 
tum nicht endlos sich fortsetzen, denn an einem bestimmten Punkt 
angelangt, verhindert die Erhöhung des Getreidepreises den weiteren 
Bevölkerungszuwachs und folglich zur gleichen Zeit auch die weitere 
Steigerung der Rente, da es dann nicht mehr nötig sein würde, neuen 
Boden in Bewirtschaftung zu nehmen. 
In der Mitte würde eine horizontale Linie den Anteil der 
Arbeit, den Lohn, darstellen. Der Reallohn des Arbeiters bleibt 
stationär, denn er erhält stets nur die zu seinem Lebensunterhalt 
nötige Getreidemenge, weder mehr noch weniger. Da das Getreide 
ständig im Preise steigt, so wird freilich sein Nominallohn (in Geld 
ausgedrückt) höher, was aber ohne wirklichen Vorteil für ihn ist. 
Unten stellt eine absteigende Linie den Anteil des Kapitals, 
den Profit vor. Der Anteil des Kapitalisten sinkt 1 ) aus dem ein 
!) Um diese Verminderung des Anteils des Kapitals zu bezeichnen, wendet 
Eioakdo häufig den Ausdruck „fallender Profitsatz“ an. Das ist jedoch nicht gleich 
bedeutend, denn der Profitsatz drückt nur ein gewisses Verhältnis zwischen dem Betrag 
des Einkommens und dem Betrag des Kapitals aus, z. B. 5 °/ 0 , — keineswegs aber 
einen Vergleich zwischen dem wirklich vom Kapital erhaltenen Teil und dem, den 
die Arbeit am Gesamtprodukt hat. Man kann natürlich zugeben, daß bei einer Ver 
ringerung des Profitsatzes, und wenn alles andere gleich bleibt, der Anteil 
des Kapital im Verhältnis zur Arbeit geringer wird; es ist aber klar, daß bei einer 
Verdoppelung des in einem Unternehmen angelegten Kapitals, oder bei einer Ver 
ringerung der Produktion um die Hälfte, das Kapital doch einen beträchtlicheren Teil 
erhebt und deshalb der Arbeit einen geringeren läßt, auch wenn der Profitsatz von 
5 °/ 0 auf 3 °/ 0 erniedrigt wird. Die gleiche Frage wird uns auch bei Bastiat entgegen 
treten, der denselben Fehler gemacht hat.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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