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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

186 
Erstes Buch. Die Begründer. 
v Sobald in einem Lande, z. B. in Frankreich, die Handelsbilanz 
ungünstig ist, d. h. wenn die Einfuhr die Ausfuhr um, sagen wir, 
eine Milliarde übersteigt, muß Geld ausgeführt werden, um diesen 
Überschuß an Einfuhr zu bezahlen. Infolgedessen wird das Geld 
seltener, ■ sein Wert steigt,und die Preise sinken. Diese Preis- 
' erniedrigung jedoch schreckt die fremden Kaufleute, die in Frank 
reich verkaufen, ab, und zieht, im Gegenteil dazu, die fremden Kauf 
leute, die dort einkaufen, an, wodurch die Einfuhr verringert, und 
die Ausfuhr vergrößert wird. Die Geldausfuhr hört daher auf, und 
dafür beginnt der Rückfluß des Geldes; diese entgegengesetzte 
Strömung setzt sich fort, bis die ausgeführte Milliarde wieder im 
Lande ist. Auf der anderen Seite ruft die ins Ausland geflossene 
Milliarde in dem Lande, das sie erhalten hat, die umgekehrten Er 
scheinungen hervor; Überfluß und Wertverminderung des Geldes, Preis 
erhöhung, Prämien auf die Einfuhr und Verlangsamung der Ausfuhr. 
Von beiden Seiten arbeiten daher die wirtschaftlichen Kräfte daran, 
die Handelsbilanz in die Gleichgewichtslage zurückzuführen, nämlich 
in die Lage, in der jedes Land die für seine Bedürfnisse nötige 
Menge Geldes besitzt, weder mehr noch weniger. < 
Man könnte einwerfen, daß dieser ein wenig verwickelte Mechanis 
mus leider nur langsam seine Wirkung ausüben kann, und daß viel 
Zeit vergehen wird, bevor die Warenpreise den Einfluß der Flucht 
des Geldes fühlen werden. Allerdings, aber es ist nicht notwendig 
zu warten, bis diese Erscheinung eintritt; eine andere geht ihr voraus 
und kündigt sie an, und zwar, wie schon A. Smith erwähnt hatte: 
“der Kurs der auf das Ausland gezogenen Wechsel steigt. Dieser 
Kurs ist eine Wage von besonders feiner Empfindlichkeit,’ und die 
Erhöhung des Wechselkurses genügt allein schon, auch wenn sie nur 
einige Centimes beträgt, um die Ausfuhr zu fördern und die Einfuhr 
zu verlangsamen (s. hierüber auch oben S. 95). 
1 So verläßt das Geld das Land nicht oder verläßt es nur auf kurze 
Zeit, was darauf hinausläuft, daß, im Gegensatz zu der so fest ein 
gewurzelten Meinung, weder Gold noch Silber irgendeine Rolle im 
internationalen Handel spielen. Ihre Aufgabe beschränkt sich, wie 
die des Öles, darauf, die Räder zu schmieren. Der ganze Handel 
geht vor sich, als ob kostbare Metalle überhaupt nicht existierten, 
und als ob der Handel zwischen Land und Land sich 
darauf beschränkte, ihre gegenseitigen Erzeugnisse 
naturaliter auszutauschen 1 ). 
l ) „Gold und Silber werden von der Handelskonkurrenz zwischen den ver 
schiedenen Völkern der Welt in dem Verhältnis verteilt, wie es sich aus dem natür 
lichen Güterverkehr ergibt, der bestehen würde, wenn es solche Metalle nicht gäbe
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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