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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

204 
Zweites Buch. Die Gegner. 
lassen müssen, ist sogar als unwissend hingestellt worden und hat 
ein halbes Jahrhundert hindurch seinen Platz unter den Volkswirt- 
schaftlern verloren. 
Auch das ist einer der Punkte, über die die klassischen National 
ökonomen sich in vollständiger Übereinstimmung befanden 1 ). Für 
sie sind die Maschinen wohltätige Einrichtungen, weil sie die Lebens- 
■ mittel billiger liefern, weil sie einen Teil des Einkommens der Ver 
braucher freisetzen, weil sie infolgedessen die Nachfrage nach anderen 
Produkten vermehren, und so der Arbeit, die sie zuerst überflüssig 
gemacht haben, Beschäftigung verschaffen. Sismondi leugnet nicht, 
daß sich theoretisch das Gleichgewicht zum Schluß wieder her 
steilen wird; jede neue Produktion muß auf die Dauer an irgend 
einer Stelle einen neuen Verbrauch schaffen. Betrachten wir aber 
die Wirklichkeit. Hören wir auf, „Zeit und Baum außer acht zu 
lassen“; setzen wir die Hindernisse und die Reibungen des sozialen 
Mechanismus in Rechnung. Was sehen wir da? Die unmittel 
bare Wirkung der Maschine besteht darin, Arbeiter auf die Straße 
zu werfen, ihre gegenseitige Konkurrenz zu verschärfen, die Löhne 
aller anderen auf dem Markte zu erniedrigen und so weiterhin ihren 
^Verbrauch und infolgedessen ihre Nachfrage zu vermindern. Weit 
davon entfernt, stets wohltätig zu sein, tritt die nützliche Wirkung 
der Maschinen nur dann ein, wenn ihrer Einführung ein Wachstum 
der Einkünfte und infolgedessen eine neue Arbeitsmöglichkeit für die 
Arbeiter, deren Stelle sie eingenommen haben, vor aus gegangen 
ist. „Selbstverständlich wird niemand bezweifeln, daß ein Vorteil 
darin liegt, einen Menschen durch eine Maschine zu ersetzen, aber 
nur, solange dieser Mensch anderweit Arbeit findet 2 ).“ 
') Die Übereinstimmung ist aber nicht vollständig. Eicaedo hat allerdings der 
3. Ausg. seiner Principles ein Kapitel über die Maschinen angefügt, in dem er 
bekennt, sich getäuscht zu haben, als er annahm, daß die Maschinen stets, nach 
einiger Zeit, den Arbeiterinteressen nützlich werden. Er erkennt an, daß die Arbeiter 
immer unter den Maschinen leiden werden, wenn dieselben, sei es auch unter Er 
höhung des Nettoertrages, den Bruttoertrag der Industrie verringern. Er scheint zu 
glauben, daß dieser Eall häufig genug eintreten kann. In Wirklichkeit wird er nur 
selten Vorkommen. 
2 ) Nouv. Princ., I, 8. 399. Hier muß das berühmte Argument der Kurbel an 
geführt werden; Sismondi fragt: „Wenn es England gelingen sollte, alle Arbeit auf 
seinen Feldern und in seinen Städten von Dampfmaschinen ausführen zu lassen und 
nur soviel Bewohner zu haben, wie die Eepublik Genf, gleichzeitig aber dieselbe 
Produktionsmenge und dasselbe Einkommen, wie heute, müßte man es dann reicher 
oder ärmer als heute nennen? Eicardo sagt Ja. -— Folglich ist der Eeiehtum alles, 
der Mensch absolut nichts ? Dann müßte man wahrhaftig wünschen, daß der König 
allein auf seiner Insel lebe und durch das beständige Drehen einer Kurbel auto 
matisch alle Arbeit in England verrichten lasse“ (II, 8. 329). Man kann auf den so 
formulierten Einwurf antworten, daß die Gemeinschaft, lange ehe dieser Zustand
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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