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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

222 
Zweites Buch. Die Gegner. 
Es ist auffallend, bei Sismondx schon recht entwickelte Keime 
verschiedener Tendenzen zu sehen, die im Laufe des 19. Jahrhunderts 
eine wachsende Bedeutung erlangen sollten. Er ist der erste Gegner, 
den die klassische Schule auf ihrem Wege fand, und er faßt schon 
die hauptsächlichsten „Ketzereien“ zusammen, gegen die sie später 
zu kämpfen hatte, und denen sich an ihrer Stelle die Gunst der öffent 
lichen Meinung zu wenden sollte. Ist es nun das Werk Sismondi’s, 
das diese neuen Tendenzen hervorgerufen hat? Es erscheint das 
wenig wahrscheinlich. Sein unmittelbarer Einfluß war sehr be 
schränkt ; er hat sich, wie wir bald sehen werden, nur auf die Sozia 
listen erstreckt. Sein Buch ist ziemlich schnell vergessen worden, 
bis man heute von neuem seine Bedeutung begriffen hat. Es würde 
der Wahrheit näher kommen, wenn man sagte, daß im Laufe des 
19. Jahrhunderts eine Renaissance und eine spontane Entwicklung der 
Ideen, die sich in Sismondi verkörpert hatten, eintrat. Trotzdem 
bleibt er aber der erste, der den Mut fand, seine Stimme gegen Prin 
zipien zu erheben, die auf dem besten Wege waren, Dogmen zu werden. 
Als der erste weist er, entgegen der herrschenden Meinung auf Tat 
sachen hin, die nicht mit den großen und einfachen Generalisationen 
seiner Vorgänger übereinstimmen. Wenn er daher nicht das Haupt 
der neuen Schulen geworden ist, die entstehen sollten, so war er doch 
ihr Vorläufer. Sie wie er werden von den gleichen Gefühlen gelenkt. 
Beide formulieren die gleichen Gedanken. 
Was zunächst die Methode anlangt, so nimmt er die Anschauungen 
der historischen Schule vorweg. Seine Definition der National 
ökonomik als einer „Geschichtsphilosophie“ l ) gelangte erst zur Herr 
schaft als Eoschee, Knies und Hildebeand sie wieder aufgriffen. 
Sein Hinweis auf die Notwendigkeit der Beobachtung der Tatsachen, 
seine Kritik der deduktiven Methode und vorschneller Verallgemeine 
rungen werden von Le Play in Frankreich, Schmollee in Deutsch 
land, Clieee Lbslie und Toynbee in England wieder aufgenommen. 
Die Gründer der deutschen historischen Schule, die über ausländische 
Schriftsteller ziemlich schlecht unterrichtet gewesen sind, haben ihn 
als einen Sozialisten angesprochenAber die heutige historische 
Schule wird seinen Gedanken gerechter und sieht in ihm einen ihren 
ersten Vertreter. 
Seine Betonung des Gefühls, seine Sympathie für die Arbeiter 
klassen und seine Kritik der industriellen Ordnung, des Maschinen 
wesens, der Konkurrenz und des als alleinigen wirtschaftlichen 
Faktors betrachteten persönlichen Interesses läßt schon die heftige, 
J ) Siehe oben, S. 198, Anna. 8. 
2 ) Eigentümlicherweise reiht ihn Knies unter die Sozialisten ein.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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