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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

248 
Zweites Buch. Die Gegner. 
Man darf aber nicht zu sehr auf dieses Projekt eingehen und 
Einzelheiten verlangen, deren Darlegungen die Saint-Simonisten in 
die größte Verlegenheit bringen würden. 
Wer würde z. B. mit der dornigen Aufgabe betraut werden, die 
Fähigkeiten zu beurteilen und die Arbeiten zu entlohnen? Die 
„Universalmenschen“ (hommes generaux), antworten sie uns, besonders 
hoch begabte Menschen, die „von den Fesseln der Spezialisierung 
befreit“, ganz instinktiv den natürlichen Drang in sich fühlen werden,, 
nur das allgemeine Interesse zu berücksichtigen. 
An der Spitze steht, so schreiben sie an einer anderen Stelle, 
derjenige, der „das soziale Schicksal am meisten liebt“ 1 ). Das- 
ist nun nicht gerade sehr vertrauenerweckend, denn manchmal haben 
selbst große Männer in recht bedauerlicher Weise ihre Privatinter 
essen mit dem öffentlichen Wohl verwechselt. 
Nehmen wir aber einmal die Überlegenheit der „Universal 
menschen“ an. Aus welchem Grunde wird man ihnen gehorchen? 
Werden die Untergebenen mit Gewalt dazu gezwungen, oder ge 
horchen sie freiwillig? Die Doktrine glaubt an die letztere Hypo 
these, denn ist die Religion der Saint-Simonisten nicht da, um die 
Untergebenen mit beständiger Hingabe ihren Vorgesetzten gegenüber 
zu erfüllen? um aus Liebe und Überzeugung den fröhlichen und be 
ständigen Gehorsam zu sichern? 2 ) Man wird jedoch fragen, ob 
denn nur die Saiut-Simonistische Religion das einzigartige Privileg 
haben wird, keine Ketzer hervorzubringen? 
Es würde zu nichts führen, die Einwände zu häufen; sie liegen 
auf der Hand. Sie sind notwendigerweise auf jedes kollektivistische 
System anwendbar und unterscheiden sich nur in ihren Einzelheiten. 
Sobald man die soziale Selbstbetätigung, die freie Initiative des 
Menschen durch eine wirtschaftliche Tätigkeit ersetzen will, die 
in allen ihren Teilen vorausgesehen und organisiert ist, stößt man 
sofort auf psychologische Unmöglichkeiten. An Stelle des Menschen 
würden alle Kräfte ausgehen....“ Doctrine, S. 206—207. Der Gedanke eineA 
solchen Systems stammt wahrscheinlich von Enfantin, denn er führt ihn schon in 
einem Aufsatz des Producteur (III, S. 385) aus. 
*) Doctrine, 8.210, Anm. An anderer Stelle: „Wir werden aller politischen 
Grundsätze müde, die nicht unmittelbar und einzig bezwecken, das Schicksal der 
Völker in die Hände von Männern Toller Ergebenheit und Genie zu legen.“ 
(Ebenda, S. 330.) 
s ) „Wir werden mit Freuden zu jener hohen Tugend zurückkehren, die heute- 
so mißverstanden, wir können sagen, mißachtet ist, jener Tugend, die zwischen 
Wesen, die den gleichen Zweck verfolgen, so leicht, so liebenswürdig ist, daß alle 
■ sie zu erreichen streben, und die so unleidlich, so aufbäumend wirkt, wenn sie dem 
Egoismus gehorchen muß, — mit herzlicher Hingabe werden wir zum REJIQJß- 
SAM zurückkehren“ (Doctrine, S. 330).
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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