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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

254 
Zweites Buch. Die Gegner. 
Menschen auf der ganzen Erde in allen ihren Wechselbeziehungen“ 1 ), 
— und wieder auf Grund der gleichen Methode kündigen die 
Saint-Simonisten in ihrer Deutung der Geschichte des individuellen 
Eigentums sein definitives Verschwinden an, wenn seine Benutzung 
durch die Einsetzung des Staates als alleinigen Erben allmählich 
allen Menschen ermöglicht wird. 
Man könnte die ganze Doktrin der Saint-Simonisten als eine 
umfassende Geschichtsphilosophie ansehen 2 3 ). Aus dieser Philosophie 
ziehen sie das außerordentliche Vertrauen, das sie in die Verwirk 
lichung ihres Traumes setzen, in dem sie nicht eine Hoffnung, sondern 
eine Gewißheit erblicken. — „Unsere Voraussage hat denselben Ur 
sprung und dieselben Grundlagen wie die, die in den wissenschaft 
lichen Entdeckungen zutage treten“ (S. 119). Die Saint-Simonisten 
betrachten sich als die freiwilligen und bewußten Vertreter einer 
notwendigen Entwicklung, die Saint-Simon entdeckt und beschrieben 
hat. s ) Das ist ein weiterer Zug, den sie mit den Marxisten gemein 
sam haben, jedoch mit zwei bedeutungsvollen Unterschieden. Die 
Marxisten rechnen auf die Kevolution, um die Evolution der Dinge 
zu vollenden; die Saint-Simonisten aber verlassen sich einzig und 
allein auf die Überredung 4 5 ); — auf der anderen Seite, als wahre 
Kinder des 18. Jahrhunderts, glauben die Saint-Simonisten, daß die 
Gedanken und die Wissenschaft die Triebfedern der sozialen Um 
wandlungen sein werden, während Maex nur in die materiellen Kräfte 
der Produktion Vertrauen hat: denn in seinen Augen sind die Ideen nur 
wie ein Widerschein auf dem Wasser, aber keine lebendigen Kräfte 6 )- 
*) Doctrine de Saint-Simon, S. 144. 
2 ) Diese Philosophie läßt sich in dem Wechselspiel von organischen und 
kritischen Perioden zusammenfassen. Die ersteren charakterisieren sich durch 
Einheit des Gedankens, des Zieles, des Gefühls und des Einflusses in einer Gesell 
schaft; die zweiten durch Widerspruch in den Gedanken und Gefühlen, durch poli 
tische und soziale Unsicherheit. Die ersteren sind ausgesprochen religiös; in den 
zweiten herrscht der Egoismus vor. Die Reformation und die Kevolution sind die 
beiden wesentlichen Kundgebungen der kritischen Epoche, in der wir leben; der 
Saint-Simonismus führt uns in die definitiv organische Epoche; er wird die Religion 
der universellen Vergesellschaftung sein, zu der uns die historische Entwicklung führt. 
3 ) Doctrine, S. 121. „Durch die Sympathie sieht der Mensch sein Schicksal 
voraus; und wenn er durch die Wissenschaft die Yoraussichten seiner Sympathien 
als wahr erkannt hat, wenn er sieh der Berechtigung seiner Wünsche bewußt 
ist, schreitet er mit ruhiger Zuversicht der Zukunft, die ihm bekannt ist, entgegen. 
So stellt er sich frei und wissend in den Dienst seines Schicksals, das er 
durch seine Arbeit, wenn auch nicht ändern (was er übrigens auch nicht wollen 
würde), so doch schneller herbeiführen kann“. 
4 ) Siehe diesen Gedanken eingehend am Ende der siebenten Seance entwickelt 
(Doctrine, S. 211 ff.) 
5 ) „Die Politik“, sagte Saiht-Simon, „beruht auf der Moral und die Einrichtungen 
eines Volkes sind nur die Folgen seiner Ideen“ (Euvres, III, S. 81). „An anderer
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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