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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

266 
Zweites Buch. Die Gegner. 
steckte als Ziel den Arbeitern niemals die Enteignung' der Kapi 
talisten, sondern die Schaffung neuer Kapitalien, — und hierin unter 
scheidet sich auch heute noch das kooperative Programm von dem 
der Kollektivisten. Trotzdem war er in der ganzen Bedeutung des 
Wortes Sozialist, sogar Kommunist. Er war sogar wahrscheinlich 
der erste, der das Wort Sozialismus wie eine Fahne vor sich 
hertrug x ). 
') Wahrscheinlich glaubte er sogar diesen Namen erfunden zu haben, doch 
scheint ein französischer Sozialist, Pierre Leroüx, in dieser Hinsicht Anspruch auf 
die Priorität erheben zu können (siehe weiter unten). Trotzdem dürfte es wahr sein, 
daß das erste Buch, auf dessen Umschlag dieser Aufsehen erregende Titel erschien, 
das Pamphlet Owen’s war: What is Socialism? (1841). 
Owen’s sehr langes Leben — er starb 1858 im Alter von 87 Jahren — war 
außerordentlich ereignisvoll. 
Als Sohn eines kleinen Handwerkers in Wales geboren, begann er als Lehrling 
und machte sich später als kleiner Arbeitgeber, mit einem seinem Vater entlehnten 
Kapital von hundert Pfund Sterling, in der Baumwollspinnerei selbständig. Nach 
raschen Fortschritten war er mit 30 Jahren Miteigentümer und Direktor einer großen 
Fabrik in New-Lanark in Schottland. Dort fing er an, von sich reden zu machen, 
und zwar ebenso wegen seiner technischen Vervollkommnungen wie wegen seiner 
Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen. Dort begannen auch seine Gedanken über die Er 
ziehung des Menschen festere Gestalt anzunehmen. Seine Fabrik wurde bald ein 
aristokratischer Wallfahrtsort, der von vielen berühmten Männern besucht wurde. 
Verschiedene Herrscher standen, wenn sie auch nicht zu seinen Besuchern zählten, 
doch in Briefwechsel mit ihm, so besonders der König von Preußen betreffs Unter 
richtsfragen und der König von Holland über Fragen der Unterstützung. 
Die große Krisis des Jahres 1816 zeigte ihm die schrecklichen Störungen der 
bestehenden Wirtschaftsordnung, und damit begann die zweite Periode seines Lebens, 
die der kommunistischen Versuche. ,1826 gründete er in Indiana in Amerika die 
Kolonie New-Harmony, während einer seiner Schüler eine andere in Orbiston in 
Schottland ins Leben rief. Sie bestanden nur wenige Jahre. Der Gründung dieser 
Kolonien folgte im Jahre 1§22 der Versuch des Tauschmagazins in London, der eben 
falls unglücklich ausging. 
Nun trat Owen, 63 Jahre alt, von seinen Versuchen entmutigt, aber ohne in 
seinem Glauben an seine Lehre schwankend zu werden, in die dritte Periode seines 
Lebens, das noch lang vor ihm lag, und die er einzig der Verbreitung des Evan 
geliums einer „Neuen moralischen Welt“ widmete, ein Titel, den er seinem Hauptwerk 
The New Moral World (1845) und der Zeitung, die er seit 1884 unter dem 
gleichen Namen herausgab, beigelegt hatte. Er nahm tätigen Anteil an der Be 
wegung des „Trade Unionism“, scheint sich aber weniger um die kooperative Be 
wegung gekümmert zu haben, obgleich er ihren Anfang (die Pioniere von Rochdale 
datieren von 1844) noch erlebt hat, und die trotzdem seinen größten Ruhmestitel 
ausmacht. 
Owen war kein Schriftsteller; sein Leben war hierfür zu tätig; er hat nur 
wenige Bücher hinterlassen. Dafür aber war er ein unermüdlicher Redner und 
Journalist. Doch kann man nicht anders, als zngeben, daß, wenn man heute seine 
Reden und Aufsätze liest, der Erfolg, den sie hatten, nicht recht erklärlich ist. 
Biographische Einzelheiten, wie auch alles, was mit der Doktrin Owen’s zu 
sammenhängt, finden sich in dem ausgezeichneten Buche Doll^ans’, Robert Owen 
(Paris, 1907).
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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