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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel Y. Proudhon und der Sozialismus von 1848. 
331 
Hierin liegt der Diebstahl. Deshalb definiert er das Eigentum: 
„Als das Eecht, nach Belieben von dem Besitz, den Erzeugnissen des 
Fleißes und der Arbeit anderer Vorteile zu ziehen und darüber zu 
verfügen“ 1 ). 
Das Thema ist nicht neu. Nach Peoudhon wird es noch oft 
aufgegriffen, unter anderen von Eodbeetus. Die Originalität des 
Buches beruht daher auch nicht so sehr auf den Gedanken als auf 
der sprühenden Darlegung, der Kraft des Stiles und der Schärfe der 
Polemik, die sich gegen die alten Argumente derer richtet, die das 
heutige Eigentum auf die Arbeit, das natürliche Eecht oder die Be 
sitzergreifung gründen. Ein deutscher Schriftsteller hat sagen 
können' 2 ), daß dieses Buch, wenn es in Deutschland oder in England 
erschienen wäre, kein Aufsehen erregt hätte, weil in diesen Ländern 
das Eigentum hinter viel wissenschaftlicheren Gründen verschanzt 
sei als in Frankreich 8 ). Seine ganze Kraft käme von der Schwäche 
der gegnerischen Gründe. Das heißt sein Verdienst ungebührlich 
herabsetzen. Die Denkschrift über das Eigentum war der „Pistolen 
schuß“ auf der Straße, der jeden zwingt, sich umzudrehen. Sie tat 
für den französischen Sozialismus nur das, was Lassälle später für 
den deutschen Sozialismus getan hat. Sie hat Gedanken in die Welt 
geschleudert, keine neuen Gedanken, aber Gedanken in einer neuen 
Form von zündender Kraft. 
Man findet jedoch in diesem Buche geistreiche Ausblicke, von 
denen besonders einer hervorgehoben zu werden verdient, nicht so 
sehr seiner Wahrheit als seiner Originalität wegen. Alle sozia 
listischen Theoretiker haben sich gefragt, wie die beständige Beraubung, 
werden; — daß daher im Wirtschaftsleben jedes Erzeugnis aus der Arbeit stammt, 
Und daß daher umgekehrt jedes Kapital unproduktiv ist“ — und an anderer Stelle: 
»Arbeiten ist, aus nichts etwas erzeugen“ (Solution du probleme social, 
®u vres, Bd. VI, S. 261 ff. und S. 187). 
1 ) Propriete, 1 er Memoire, S. 133. 
2 ) L. y. Stein, Geschichte der sozialen Bewegung in Frankreich, 
Leipzig. 1850, Bd. III, S. 362. Dieses Werk ist übrigens äußerst bemerkenswert. 
3 ) Wahr ist, daß Proudhon sich zur Bekämpfung des Eigentums einzig auf den 
kechtsStandpunkt stellte. Br wies nach, daß alle Eechtsprinzipien (Eecht der 
Besitzergreifung, natürliches Eecht und besonders die Arbeit), die im allgemeinen 
zugunsten des Eigentums angeführt werden, sich gegen das Eigentum anwenden 
lassen, so wie es heute besteht. Dieses Eigentum ist in der Tat auf einige Personen 
beschränkt, während diesen Prinzipien die Verallgemeinerung des Eigentums 
unter Alle zugrunde liegt. Eine derartige Kritik ist allerdings richtig, beweist aber 
nicht viel gegen die (zahlreichen) Verteidiger des Eigentums infolge seiner sozialen 
Nützlichkeit. Daher erscheint uns die Kritik des Eigentums der Saint-Simonisten, 
die sich auf den Standpunkt der Nützlichkeit und der Produktion stellten, ohne den 
rechtlichen zu vernachlässigen, bedeutend gewichtiger. Aus diesem Grunde betrachten 
wir sie als die wirklichen Kritiker des Privateigentums.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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