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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

348 
Zweites Buch. Die Gegner. 
auf diese Weise die Abschaffung der Geldzinsen dem Arbeiter ge 
stattet, sofort und umsonst all die nötigen Kapitalien zu erwerben, 
anstatt sie zu mieten, verhindert sie gleichzeitig alle Kapitalbesitzer, 
ein Einkommen ohne Arbeit zu erheben. Das Eigentum würde daher 
auf den Besitz beschränkt bleiben. Da der Arbeiter den vollen Er 
trag seiner Arbeit erhalten würde, ohne ihn mit jemand anderem 
teilen zu müssen, so wäre auch die ^Reziprozität im Austausch erreicht. 
Die wirtschaftliche Gerechtigkeit wäre endlich verwirklicht. 
Zweifellos, wird man sagen, ist das richtig. Wie soll man sich 
aber das nötige Geld ohne Zinszahlungen beschaffen? Das ist der 
springende Punkt! 
Man überlege, antwortet Peoudhon, was das Geld ist! Ist es 
, etwas anderes als ein Tauschbon, dessen einzige Bestimmung die Er- 
//leichterung des Güterumlaufs ist? Hier betrachtet Peoudhon plötz 
lich das Geld, das ihm bis dahin als das wirkliche und einzige 
Kapital erschienen ist, nur mehr als ein ümlaufsmittel. „Das Geld an 
und für sich ist mir nichts nütze. Ich nehme es nur, um es auszu 
geben, ich verbrauche und bewirtschafte es nicht“ *). Es ist nur ein 
ümlaufsmittel, und der Zins, den ich dafür zahle, entlohnt gerade 
diese ümlaufsfunktion*). Würde nun ein Papier diese Funktion 
nicht ebenso gut und billiger erfüllen? Heute leihen die Banken 
den Besitzern von Handelseffekten das Bargeld, das sie benötigen, 
oder Banknoten, die ständig gegen Bargeld einwechselbar sind. Für 
diesen Dienst lassen sie sich einen Diskont zahlet!, der dazu be 
stimmt ist, die Aktionäre, die das Kapital geliefert haben, zu ent 
lohnen. Gründen wir daher eine Bank ohne Kapital, die, wie die 
Banque de France die Handelseffekten mit Noten diskontiert, und 
zwar „Umlaufbons“ oder „Tauschbons“, welche Noten aber nicht 
in Bargeld umwechselbar sind, die folglich fast nichts kosten, 
da kein Garantiekapital entlohnt zu werden braucht. Diese Bank 
ohne Geldkapital würde daher zu einem bedeutend geringeren Preise 
dieselben Dienste leisten, wie die Banque de France. 
Damit diese Noten in den Umlauf gebracht werden können, ge 
nügt es, daß alle Kunden der neuen Bank sich verpflichten, sie als 
Zahlung für ihre Waren anzunehmen. Der Besitzer würde daher 
imstande sein, sie auszutauschen, — ebenso wie bares Geld. Auf 
der anderen Seite riskieren die Kunden der Bank nichts, wenn sie 
sie annehmen, denn (die Statuten stipulieren das) die Bank dis- 
*) Interet et Principal, S. 112. 
2 ) „Daher ist das Geld, das überall als Zusatzkapital, als ümlaufsmittel, als 
Garantieinstrument dazwischentritt, gerade das, was zu bezahlen ist; es handelt 
sieh gerade darum, den Dienst, den es leistet, zu entlohnen!“ (Interet et Prin 
cipal, S. 113).
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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