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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der Liberalismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

400 
Drittes Buch. Der Liberalismus. 
nahe dramatisch macht, ist, daß er das sehr klare Gefühl hatte, 
zwischen zwei volkswirtschaftlichen Schulen wie zwischen zwei 
Welten zu hangen, einer, die ihn mit dem starken Einfluß seiner Er 
ziehung, durch die utilitaristische Philosophie, mit der er genährt 
worden ist, festhält, und der zweiten, die ihn durch die neuen Horizonte 
anzieht, die Saint-Simon und Auguste Comtb ihm eröffnen. In der 
ersten Hälfte seines Lehens war er hauptsächlich Individualist; in 
der zweiten mehr Sozialist, aber unter Hochhaltung seines Glaubens 
an die Freiheit. Daher kommen die häufigen Widersprüche in seinen 
Schriften und sogar seine radikalen Wandlungen, wie seine berühmte 
Bekehrung inbezug auf das Lohngesetz. In seinem Werke erscheinen 
die klassischen Doktrinen wie endgültig festgelegt, in so klaren 
Formeln sind sie kristallisiert, und doch beginnen diese schönen 
Kristalle bereits unter dem warmen Hauch einer neuen Zeit zu 
schmelzen. 
Er hat erklärt, wie es später die Theoretiker der reinen Ökonomie 
taten, daß „die vergleichenden Wertungen des Ethikers in der 
Nationalökonomie nichts zu schaffen haben“, aber er ist es auch, der 
an einer anderen Stelle schreibt; „wenn man zwischen dem Kommu 
nismus mit allen seinen Gefahren und dem gegenwärtigen Zustand 
der Gesellschaft wählen müßte, in dem der Arbeitsertrag im um 
gekehrten Verhältnis zur Mühe, die er kostet, verteilt wird, wo der 
größte Teil denen zufällt, die nichts getan haben, ein etwas ge 
ringerer Teil denen, die etwas mehr tun und in gleicher Weise 
immer weiter in einer absteigenden Skala bis zu denen, für die die 
zermalmendste Arbeit nicht einmal die Notwendigkeiten des Lebens 
sicher stellen kann, — wenn es wirklich keine andere Alternative, als 
diesen Zustand oder den Kommunismus gäbe, dann allerdings wögen 
alle Schwierigkeiten des Kommunismus federleicht in der Wag 
schale“ 1 ). 
Er ist es, der in Dingen der Moral den Utilitarismus lehrt, 
aber er ist es auch, der erklärt, daß „eine Überzeugung stärker ist 
als neunundneunzig Interessen“! 
Er ist es, der ausruft, daß „die Konkurrenz für die Gegenwart 
eine Notwendigkeit ist, und daß niemand den Tag voraussehen kann, 
an dem sie auf hören wird, für den Fortschritt unentbehrlich zu sein“, 
aber er ist es auch, der behauptet, daß „die Kooperation das edelste 
Ideal ist“ und der nachweist, „daß das menschliche Leben vom 
Klassenkampf um antagonistische Interessen sich zum brüderlichen 
Wettstreit im Streben nach dem Wohle aller erhebt“ 2 ). 
*) Principles, B. II, Kap. 1, § 3. 
2 ) Ebenda, B. IV, Kap. 7, § 6.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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