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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der Liberalismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

402 
Drittes Buch. Der Liberalismus. 
der literalen Schule treu geblieben sind, für endgültig gehalten 
werden. 
§ 1. Die großen Gesetze. 
Die Existenz natürlicher Gesetze war stets die charakteristische 
Behauptung der klassischen Schule. Dir zufolge sind sie das Postulat,, 
ohne das keine Gesamtheit von Kenntnissen auf den Namen Wissen 
schaft Anspruch erheben kann. Diese Gesetze haben nicht mehr 
wie bei den Physiokraten und Optimisten jene Charakterzüge des 
providentiellen, normativen und teleologischen ‘j; sie sind ganz ein 
fach „natürlich“, ganz so wie die physischen Gesetze und folglich 
amoralisch; sie können nützlich oder schädlich sein: dem Menschen 
liegt es ob, sich ihnen, so gut er kann, anzupassen. Die National 
ökonomie eine „gefühllose Wissenschaft“ zu nennen, weil sie nachweist, 
daß dieses oder jenes Gesetz unheilvolle Folgen für den Menschen 
haben kann, ist ebenso absurd, wie die Physik zu einer gefühllosen 
Wissenschaft stempeln zu wollen, weil der Blitz tötet. 
Diese wirtschaftlichen Gesetze sind keineswegs mit der Freiheit 
des Individuums unvereinbar; im Gegenteil, sie sind ihr Resultat. 
Sie stellen weiter nichts als Beziehungen fest, die sich von selbst 
zwischen freien Wesen ergeben, — frei jedoch nur unter gewissen Um 
ständen: es steht uns nicht frei, nicht zu essen, und, um zu essen, 
müssen wir die Erde bewirtschaften. Nicht nur bestimmen wir 
uns gegenseitig unsere Lebenslage, sondern wir unterliegen auch 
den Hindernissen, die uns unser physisches Milieu schafft. 
Diese Gesetze sind allgemeingültig und ewig, denn die elemen 
taren Bedürfnisse des Menschen sind dieselben in allen Ländern und 
; in allen Jahrhunderten. Und nur diese Gesetze suchen die National 
ökonomen, nicht die vorübergehenden „modi“. Nur indem die Volks 
wirtschaft das sucht, was ganz allgemein für alle Menschen gilt 
und daher allen gemeinschaftlich ist, kann sie der Wahrheit näher 
kommen, — kann sie eine Wissenschaft werden. Sie muß sich be 
mühen, nicht die Menschen zu sehen, sondern den Menschen, den 
itypischen Menschen, den homo oeconomicus, der durch die Ab 
straktion von allen anderen Seiten seines Charakters, außer der des 
*) Die natürlichen Gesetze waren jedoch schon von Dupont de Nemours sehr 
gut und in dem gleichen Sinne, wie von der klassischen Schule, definiert worden: 
„Die natürlichen Gesetze sind die wesentlichen Bedingungen, denen gemäli sich 
alles in der vom Schöpfer der Natur eingerichteten Ordnung vollzieht . . . Was uns 
anbelangt, sind es die wesentlichen Bedingungen, denen die Menschen unterworfen 
sind, um sich alle Vorteile, die die natürliche Ordnung ihnen gewähren kann, zu 
verschaffen“ (Introduction anx (Euvres de Quesnay, S. 21).
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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