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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der Liberalismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel II. Höhepunkt und Niedergang der klassischen Schule. Stuart Mül. 405 
Übrigens beruft sich auch die englische Schule mit nicht ge 
ringerem Nachdruck auf den Liberalismus: unter besonderer Berück 
sichtigung dieses Gesichtspunktes wird sie auch Manchesteris- 
mus genannt (ein Ausdruck, der hauptsächlich von ihren deutschen 
Kritikern in der Form „Manchestertum“ gebraucht wird). 
Für die klassische Schule ist aber das Laisser-faire weder 
ein Dogma, noch ein wissenschaftliches Axiom. Sie sieht hierin nur 
haben, als das Glück der Individuen, der größtmöglichen Anzahl von Individuen. 
Niemand denkt daran, das Glück der Gesellschaft an sich als einer beseelten Ein 
heit zu erstreben. Auf Grund einer solchen Definition ist der Individualismus recht 
nebelhaft; er schließt weder die Vergesellschaftung, noch den Solidarismus und nicht 
einmal den Staatsinterventionismus ans, wenn er, wie in der Arbeitergesetzgebung 
z. B., bezweckt, das Individuum gegen gewisse Ursachen der Verschlechterung zu 
schützen. Er schließt sogar die Aufopferung nicht ans, da der Trieb, sich aufzu 
opfern, sicherlich von einer starken Individualität zeugt! Der Individualismus wird 
ungefähr in diesem Sinne in dem Buche von Schatz: L’Individualisme eoono- 
miciue et social betrachtet. Die Bezeichnung individualistisch ist daher höchst 
unbestimmt, weshalb wir soviel wie möglich den Gebrauch dieses Wortes vermeiden. 
b) Bei der sogenannten liberalen Schule ist die Bedeutung klarer; sie be 
gnügt sich nämlich nicht damit, zu sagen, daß das Individuum der einzige Zweck 
des Wirtschaftslebens ist, sondern sie fügt hinzu, daß es der einzige Träger der 
wirtschaftlichen Bewegung sein muß, weil niemand anders als das Indi 
viduum dessen wirkliche Jnteressen besser kennen kann und fähiger ist, sie zu ver 
wirklichen. Das so ausgedrückte Prinzip bedeutet aber, daß es am besten ist, das 
Individuum gewähren zu lassen (laisser faire) und jede von außen kommende Ein 
mischung des Staates oder irgendeines anderen Beschützers zu verwerfen. 
Während jedoch in der ersten Formel der Individualismus von allen angenommen 
werden konnte, gibt er unter der letzteren Anlaß zu schwerwiegenden Einwürfen. 
Denn in Wirklichkeit zeigen die Tatsachen, daß das Individuum sehr häufig in 
seinen Handlungen, — sei es als Verbraucher, wenn es gesundheitsschädliche oder 
nutzlos teuere Erzeugnisse kauft, sei es als Arbeiter, wenn es Arbeitsverträge ein 
geht, die seine Arbeitskraft oder die seiner Kinder zugrunde richten — seine eigenen 
Interessen sehr schlecht versteht oder sich in der Unmöglichkeit befindet, sie zu 
verteidigen, und daß die Wissenschaft und die Hygiene ihm viel größere Dienste 
leisten können als er sich selbst. 
c) Wenn man noch weiter geht und nicht nur annehmen will, daß ein jedes 
Individuum am besten fähig ist, sich mit seinen Interessen zu befassen, sondern 
daß auch das soziale Interesse nur die Summe dieser individuellen 
Interessen ist, die in einer harmonischen Einheit zusammenlaufen, so wird die 
liberale Schule zur optimistischen. Besonders in Frankreich hat sie sich auf 
Grund einer schon Jahrhunderte alten Überlieferung behauptet, aber sie ist etwas 
veraltet, obgleich sie sich noch in neuzeitlichen Werken findet, 
d) W enn man endlich von einer klassischenSchule spricht, so will man damit 
sagen, daß sie getreulich die von den ersten Meistern der volkswirtschaftlichen Wissen 
schaft übernommenen Prinzipien lehrt, indem sie sich bemüht, sie klarer auszuftthren, sie 
zu entwickeln und sogar sie zu verbessern, ohne sie aber in ihren wesentlichen Be 
standteilen zu verändern. Seit ihren Anfängen ist sie individualistisch und liberal, 
aber keineswegs optimistisch: übrigens vermeidet sie diese finalistischen Gedanken 
gänge und überhaupt jede Beschäftigung mit dem zu erreichenden Zweck, um sich 
auf die reine Wissenschaft zu beschränken.
	        

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Leben Und Lehre Des Buddha. Druck und Verlag von B.G. Teubner, 1910.
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