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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der Liberalismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

IKapitel II. Höhepunkt und Niedergang der klassischen Schule. Stua «gmi, 
verwirklicht ist. Wir haben gesehen, welchen großen Pr 
dem Monopol in der heutigen wirtschaftlichen Organisation 
Die Herrschaft der freien Konkurrenz ist heute ebeusoweru| 
wirklicht, sagen sie, wie die Herrschaft des Sozialismus: es ist 
daher ebenso ungerecht, sie auf Grund der gegenwärtigen Fehler be 
urteilen zu wollen, als wenn man den Kollektivismus auf Grund 
dessen beurteilen wollte, was sich zum Beispiel in den Staatswerk 
stätten begibt. 
3.‘Das Gesetz der Bevölkerung. '' Dieses Gesetz nimmt einen 
sehr großen Platz in der klassischen Doktrin ein, und sogar die 
optimistischen Nationalökonomen wagen es nicht, ihm geradenwegs zu 
widersprechen. Von allen Volkswirtschaftlern ist Stuabt Mill am 
meisten von ihm durchdrungen 1 ). Er geht sogar viel weiter als Malthus, 
weil er sich nicht auf rein ökonomische Gründe stützt, sondern auch 
auf moralische, die Malthus weniger bekümmert zu haben scheinen, 
nämlich die Achtung des Rechtes und der Freiheit des Weibes, die 
kaum befragt wird, wenn es sich darum handelt, ihr die Mutterschaft 
aufzubürden 2 ). Hierin ist daher Stuart Mill schon Neo-Malthusianer. 
Die Tatsache, eine zahlreiche Familie zu haben, erscheint ihm wie 
der Ausdruck eines Lasters, das ebenso ekelhaft ist, wie die Trunk 
sucht 3 ). Und wiederholt erklärt er, daß die Arbeiterklasse keine 
Hoffnung irgendwelcher Art auf eine Besserung ihres Schicksals hat, 
wenn sie nicht damit beginnt, das Wachstum der Bevölkerung ein 
zuschränken. Einer der Gründe, weshalb er dem kleinbäuerlichen 
Besitz günstig gesinnt ist, liegt darin, daß er eine Beschränkung der 
Kinderzahl bewirkt. Er konstatiert: das Wachstum der französischen 
*) „Umsonst wird man sagen, daß jeder Mund, den die Gesellschaft zum Leben 
ruft, Arme mit sich bringt; die neuen Münder brauchen ebenso viel Unterhaltungs 
mittel, und die Arme erzeugen weniger“ (Principles, Bd. I, Buch I, Kap. 13, § 2). 
2 ) „Es ist niemals durch den Willen der Frau, daß die Familien zahlreich 
werden: auf der Frau lastet außer den physischen Schmerzen und ihrem Teil der 
Entbehrungen die unerträgliche Hausarbeit, die sich aus einer zu großen Kinder- 
aahl ergibt“ (Principles, Bd. I, II, Kap. 13, § 2). 
3 ) „Während ein Mann, der sich betrinkt, von allen anständigen Leuten ver 
achtet und verabscheut wird, so ist dagegen einer der hauptsächlichsten Gründe, mit 
dem sich die Menschen an die Wohltätigkeit wenden, der, daß der Bittsteller eine 
zahlreiche Familie zu ernähren habe!“ (Bd. I, II, Kap. 13, § 1). 
Und als Anm.: „Man kann kaum hoffen, daß die Moralität Fortschritte mache, 
■solange man nicht dazu gelangt ist, den Kinderreichtum mit derselben Verachtung 
anzusehen, wie die Trunksucht oder alle anderen körperlichen Ausschweifungen. 
Solange aber die Aristokratie und die Geistlichkeit die ersten sind, das Beispiel der 
Unmäßigkeit zu geben, was soll man da von den Armen erwarten?“ 
Er beklagt sich darüber, daß die christliche Eeligion, durch einen selbst 
zufriedenen Glauben an die Vorsehung den Anschein erweckt, als ob Gott zahlreiche 
Familien segne.
	        

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Oeuvres Complètes. Guillaumin, 1847.
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