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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der Liberalismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

414 
Drittes Buch. Der Liberalismus. 
Nur, bleibt nach dieser Theorie der Wert der ausgetauschten 
Produkte unbestimmt. Er wird irgendwo zwischen den reellen 
Produktionskosten der ausgeführten Waren und den virtuellen Pro 
duktionskosten der eingeführten Ware liegen, so daß für jedes der 
beiden Länder eine Ersparnis herauskommt; aber das ist auch alles, 
was man darüber sagen kann. Stüaet Mill geht nun einen Schritt 
weiter. Er gibt den Vergleich der rein abstrakten Produktions 
kosten auf, der auch keinen praktischen Maßstab ergeben kann, und 
sagt, daß der Wert des eingeführten Produktes sich durch die 
Menge des ausgeführten Produktes, das dafür ausgetauscht 
werden muß, bestimmen läßt 1 ). Man muß daher die Ursachen 
suchen, die einem Lande, z. B. England gestatten, eine mehr oder 
weniger große Menge Wein im Austausch für Kohle zu erhalten. 
Oder mit anderen Worten, das Gesetz der internationalen Werte ist 
nicht mehr das Gesetz der verglichenen Produktionskosten, sondern 
das Gesetz des Angebotes und der Nachfrage. Die Preise der beiden 
Waren stellen sich in der Weise ein, daß sich die von beiden 
Ländern nachgefragten Mengen ausgleichen. Es ist selbstverständ 
lich, daß, wenn die Kohle in Frankreich viel mehr nachgefragt ist, 
als der Wein in England, England eine viel größere Menge Wein 
gegen seine Kohle erhalten kann und sich daher in einer höchst 
vorteilhaften Lage befindet. 
Die Theorie Stüaet Mill’s 2 ) stellt daher in dem Sinne einen 
Fortschritt gegenüber der Eicaedo’s dar, daß sie uns zu sagen ge 
stattet, in welchem Fall ein Land vom Gesichtspunkt der Nachfrage 
überflügelt. Würde es nicht im Interesse Beider liegen, daß der geschickterere 
Arbeiter sich hauptsächlich mit der Herstellung von Hüten befasse?“ (Bioardo, 
Op. cit.-S. 107, Anm.) 
In gleicher Weise würde England Vorteil darin finden können, seine Kohle 
gegen französische Tuche auszutauschen, auch wenn in der Hypothese England dieses 
Tuch mit weniger Arbeit als Frankreich herstellen kann. 
*) „In jedem Lande hängt der Wert einer fremden Ware von der Menge ein 
heimischer Produkte ab, gegen die sie ausgetauscht werden kann“ (Principles, 
B. III, Kap. 18, § 1). 
2 ) Stüaet Mill hatte diese-Theorie zuerst in seinen Essays über einige 
ungelöste Fragen der Volkswirtschaft dargelegt. Er gibt eine verwinkeltere 
und anscheinend genauere Ausführung (er wendet sogar eine algebraische Formel 
an, in seinen Principles Bd. II. B. III, Kap. 18, §7). — Im Grunde genommen 
sind alle diese Schlußfolgerungen, die sich ebenso wie die Uicakdo’s auf die Hypothese 
eines Austausches zwischen zwei Personen aufbauen, reine Abstraktionen ohne 
praktische Bedeutung. Denn in Wirklichkeit ist der, der einführt und der, der aus 
führt, nicht derselbe, und die Vorteile, die der eine in seinem Import sucht, sind 
ohne jede Beziehung zu denen, die der andere in seinem Export erstrebt. Allerdings 
führt die Gesamtheit der Ein- und Ausfuhr dazu, mehr oder weniger ein Gleich 
gewicht herzustellen, auf Grund des Zuflusses oder Abflusses des Bargeldes, was 
aber ein anderes Problem ist.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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