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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der Liberalismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

422 
Drittes Buch. Der Liberalismus. 
2. Die Bodenrente, die Ricabdo und seine Schüler als eine 
natürliche oder sogar notwendige Tatsache angenommen hatten, 
erschien ihm gleichfalls als anormal. Sie stand ebenso wie das Lohn 
system im Widerspruch mit dem Individualismus, wenn auch von 
einem verschiedenen Gesichtspunkt aus. Wies sie doch gewissen 
Menschen das zu, was nicht das Ergebnis ihrer individuellen Arbeit 
war, während der wirkliche Individualismus Jedem den Ertrag seiner 
Tätigkeit zuspricht: suumcuique! 
Ob dieses Einkommen auf der Mitarbeit der Natur beruhte, wie 
die Physiokraten und Adam Smith glaubten, oder ob es, wie Ricardo 
und Malthus annahmen, eine Folge des Andrängens der Bevölkerung 
war, oder ob der Zufall und soziale Konjunkturen es verursachten, 
wie Senior lehrte — auf jeden Fall mußte es, gerade auf Grund 
des Prinzipes „jedem das Produkt seiner Arbeit“ der Gemeinschaft 
zurückgegeben werden. Nichts war einfacher, als dies durch das 
Mittel einer Grundsteuer zu erreichen, hoch genug, um die Boden 
rente aufzusaugen: diese Steuer mußte man von Zeit zu Zeit erhöhen, 
um dem Wachstum der Rente zu folgen. Dies war eine groß angelegte 
Idee, die Stuart Mul übrigens schon von seinem Yater überkommen 
hatte, und um die sich eine ganze Schule von Volkswirtschaftlern 
sammeln sollte, die dem Sozialismus als solchem fern stand. 
Aber die Bewegung, die aus dieser Idee der Wegsteuerung der 
Bodenrente entstand, ist bedeutend genug, um besonders untersucht 
zu werden, findet aber besser ihren Platz in dem Kapitel, das später 
dieser Frage gewidmet sein wird. 
Übrigens würde sich Stuart Mill, in Erwartung dieser etwas 
revolutionären Reform, mit einer bescheideneren begnügt haben, die, 
wie die Produktivgenossenschaft, ihm von dem, was er in Frankreich 
gesehen hatte, nahe gelegt worden war: es war dies die Ausdehnung 
des kleinbäuerlichen Eigentums. Seit den Reisen Arthur Yoüng’s in 
Frankreich war es übrigens bei den Engländern Mode J ), den franzö 
*) A. Young- ist aber trotzdem Anhänger des landwirtschaftlichen Großbetriebes 
geblieben, während bei Stuart Mill die Bekehrung vollständiger gewesen zu 
sein scheint. 
Doch wurde das bäuerliche Besitztum von Stuart Mill nur „in Erwartung“ 
einer radikaleren Lösung vorgeschlagen, die in der oben erwähnten, in der Asso 
ziation, besteht, 
„Die in einem anderen Teil dieses Werkes ausgedrückte Meinung über den 
Kleingrundbesitz und über die bäuerlichen Besitzer hat den Leser vielleicht zu 
dem Glauben verführt, daß ich auf eine große Teilung des Großgrundbesitzes 
rechne, um die Arbeiter, wenigstens die Landarbeiter, der Notwendigkeit zu über 
heben, ihren Lebensunterhalt allein von ihrem Lohn zu erwarten. Doch ist dies 
nicht meine Meinung. Zwar glaube ich, daß diese Form der ländlichen Bewirtschaftung, 
die grundlos kritisiert worden ist, in ihrem Gesamteinfluß auf das Glück der Menschen
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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