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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der Liberalismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel II. Höhepunkt und Niedergang der klassischen Schule. Stuart Milk 427 
den Gleichmut, mit dem er die sozialen Ungerechtigkeiten betrachtet. 
Er nimmt das laisser-faire, „nicht als Grundlage einer wissenschaft 
lichen Doktrin . . ., sondern als die sicherste und praktischste 
Lebeusregel“ an x ). Er verteidigt gegen Stüaet Mill das alte Ge 
setz des Lohnfonds. — Einen Avirklich neuen Beitrag hat er nicht 
geliefert, wenn man nicht eine Verbesserung des Konkurrenzgesetzes 
so nennen will. — Er hat darauf hingetviesen, daß es weit davon 
entfernt ist, die große Tragweite zu besitzen, die man ihm zuschrieb, 
sondern sich nur zwischen Individuen, die ungefähr in gleicher Lage 
sind, betätigt, nämlich daß seine Wirkung nur im Innern kleiner ge 
schlossener Gruppen, aber nicht von einer dieser Gruppen auf die 
andere in Erscheinung trete: er nennt dies die Theorie der „non 
competing groups“ (nicht in Wettbewerb stehender Gruppen). 
Hierdurch erklärt sich, daß die Ungleichheit der Profite und der 
Löhne sich bis ins Unendliche aufrecht erhalten kann. 
In Frankreich war Michel Chevalier der bekannteste Vertreter 
der Nationalökonomie unter dem zweiten Kaiserreiche. Obgleich er 
ein Schüler Saint-Simon’s war, fuhr er doch fort, am College de 
France die klassische Lehre vorzutragen, die dort seine Vorgänger, 
•I.-B. Say und Eossi, gelesen hatten 2 ). Er stritt gegen die Sozialisten 
Ton 1848 und gegen die Schutzzöllner, hatte die Ehre, an der Be 
siegung beider teil zu nehmen und führte mit Cobden die Ver 
handlungen über den bekannten Handelsvertrag von 1860. Er begriff 
die Bedeutung, die die Eisenbahnen erlangen sollten, wie auch die 
des eben vollendeten Durchstiches des Isthmus von Suez (womit ein 
Projekt Enfantin’s verwirklicht worden war), und die der großen 
Kreditinstitute, die damals aufkamen 3 ). Obgleich er zur liberalen 
Schule übergegangen war, vergaß er doch nicht, was der Saint- 
Simonismus über die bedeutende Rolle der Autorität und des Staates 
gelehrt hatte, und spornte die Regierung zu tätiger Beschäftigung 
m it den Arbeiterfragen an, denen Napoleon III. von Natur zuneigte. 
Alle diese Gebiete behandelte er mit Sachkenntnis und Beredsamkeit. 
Zur gleichen Zeit veröffentlichte Couecelle-Seneuil eine Abhand 
lung über Nationalökonomie, die lange Zeit hindurch als maßgebend 
galt. Er war der Hüter der reinen Wissenschaft, die er Pluto- 
l°gie nannte, um sie von der Ergonomie oder angewandten 
*) Essays, S. 281. 
2 ) Seit 1830 hat diese Professur nur vier Inhaber gehabt: J.-B. Say, Eossi, 
Michel Chevalier, und jetzt dessen Schwiegersohn, Paul Leroy-Beaulieü. Sie stellt 
ziemlich genau die Geschichte der französischen volkswirtschaftlichen Schule vor. 
3 ) Das eigentümlichste seiner Bücher ist das 1859 unter dem Titel De la 
baisse probable de l’or veröffentlichte Werk, das während der ganzen zweiten 
Hälfte des 19. Jahrhunderts eher lächerlich erschien, aber bald neue Bedeutung ge- 
gewinnen könnte.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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