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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel I. Die historische Schule und der Streit über die Methoden. 459 
Ist zunächst wirklich, ein konkretes „realistisches“ Bild des Wirt 
schaftslebens der letzte Zweck der Wissenschaft, wie die Anhänger 
der historischen Schule gerne sagen? Verdient eine Disziplin nicht 
im Gegenteil den Namen "Wissenschaft um so rechtmäßiger, je größer 
der allgemeine Charakter der Schlußfolgerungen ist, zu denen sie 
gelangt? Schon Aeistoteles sagte: „Es gibt nur eine Wissenschaft, 
die des Allgemeinen“. Ist die Beschreibung der konkreten Wirklichkeit, 
so unentbehrlich sie auch sein mag, nicht nur der erste Schritt 
zur Bildung der Wissenschaft? Ist die Wissenschaft auf Grund ihrer 
Natur nicht mehr erklärend als beschreibend? 
Allerdings beschränken sich nicht alle Historiker auf die Be 
schreibung. Viele wollen auch erklären. Das Mittel, dessen sie sich 
bedienen, ist die Geschichte. Ist dieses Mittel nun wirklich gut 
gewählt ? 
„Die Geschichte“, sagt Maeshall, „lehrt uns wohl, daß dieses 
oder jenes Ereignis auf dieses oder jenes andere Ereignis gefolgt 
ist oder mit ihm gleichzeitig geschah. Sie kann uns aber nicht sagen, 
ob dieses erste die Ursache jenes zweiten gewesen ist“ 1 ). Gibt 
es ein einziges großes historisches Ereignis, dessen Ursachen nicht 
noch beständig diskutiert werden? Noch lange wird man über die 
wirklichen Ursachen der ßeformation oder der Revolution streiten, 
über die relative Bedeutung der wirtschaftlichen, politischen oder 
Moralischen Einflüsse, die diesen großen Geschehnissen zugrunde lagen 
oder sie begleiteten, oder über die Einflüsse, die auf die geschlossene 
Hauswirtschaft die Geld Wirtschaft, und auf diese wieder die Kredit 
wirtschaft folgen ließen. Damit die erzählende Geschichte sich in 
erklärende Geschichte umwandeln könne, muß sie vorher sehr ver 
schiedene Gesetze durch eine Reihe von Sonderwissenschaften als be 
wiesen annehmen können, deren Zusammentreffen zu den konkreten 
Tatsachen der Wirklichkeit führte 2 ). Dann aber ist es nicht mehr die 
Geschichte, sondern es sind diese Wissenschaften, die die wirkliche 
Erklärung geliefert haben. Die Naturgeschichte hatte die Aufein- 
') Maeshall, Principles, B. I, Kap. IV, § 3. Wagner sagt: „Die Ge 
schichte kann wohl das Bestehen causaler und conditionaler Beziehungen feststellen . . . 
sie kann sie aber nicht immer nachweisen“ (op. oit. § 83). 
2 ) Zwar kann die Geschichte erklärend werden, aber in einem ganz besonderen 
Sinne: nicht indem sie die allgemeinen Gesetze der Tatsachen entdeckt, sondern 
indem sie nachweist, gerade welches besondere Zusammentreffen von Tat 
sachen (deren allgemeine Gesetze als bekannt angenommen werden) irgendein be 
stimmtes, ebenfalls besonderes Ereignis hervorgerufen hat. Die wirklichen Historiker 
wissen aber sehr wohl, daß derartige Erklärungen stets einen äußerst subjektiven 
und persönlichen Charakter tragen. Als neuzeitliche Untersuchung dieser Ideen durch 
einen Historiker verweise ich auf die prächtige und tiefbegründete Einführung, die der 
Geschichtsforscher E. Meyer der 2. Ausgabe seiner Geschichte des Altertums 
voransgesehickt hat. (Berlin, 1907, vgl. auch Simiand, op. cit., S. 14, 16.)
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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